Milchbauern kämpfen mit Einbrüchen, Preisdruck und wachsender Feindseligkeit
Mia KochMilchbauern kämpfen mit Einbrüchen, Preisdruck und wachsender Feindseligkeit
Milchbauern in ganz Deutschland sehen sich mit wachsenden Sicherheitsbedenken und Milchpreissorgen konfrontiert
Eine aktuelle Umfrage des Milchindustrie-Verbands (MIV) zeigt, dass Einbrüche, öffentliche Feindseligkeit, finanzielle Belastungen und Milchpreisschwankungen die Branche zunehmend unter Druck setzen.
Laut der MIV-Erhebung, an der über 800 Milchbauern teilnahmen, wurde fast jeder Zwanzigste bereits Opfer eines Stalleinbruchs. Weitere 8 Prozent berichteten von Sachbeschädigungen auf ihren Höfen. Solche Vorfälle gefährden nicht nur das Vieh, sondern belasten die Landwirte auch psychisch.
Sicherheit ist mittlerweile oberste Priorität – viele rüsten ihre Betriebe mit Videokameras und Bewegungsmeldern aus. Dennoch fürchten 60 Prozent der Befragten weitere Einbrüche. Besonders betroffen ist Bayern, wo 70 Prozent der teilnehmenden Bauern ansässig sind. Neben den Sicherheitsrisiken und Milchpreisschwankungen bleiben auch finanzielle Sorgen bestehen: Fast 78 Prozent machen sich Gedanken über die Milchpreise, während 63 Prozent öffentliche Ablehnung als Bedrohung empfinden. Trotz dieser Herausforderungen sind 61 Prozent weiterhin offen für Hofbesuche, um die Verbindung zur Bevölkerung zu stärken.
Dr. Björn Bögermann, Geschäftsführer des MIV, fordert dringend Maßnahmen, um die Sicherheit von Tieren und Betrieben und die Stabilität der Milchpreise zu verbessern.
Die Umfrageergebnisse unterstreichen die doppelte Belastung durch Sicherheitsrisiken, Milchpreisschwankungen und wirtschaftliche Unsicherheit, mit der Milchbauern konfrontiert sind. Angesichts zunehmender Einbrüche und Feindseligkeit ergreifen viele Schutzmaßnahmen – bleiben aber gleichzeitig gastfreundlich. Der MIV setzt sich weiterhin für strengere Schutzvorkehrungen in der gesamten Branche ein und für eine stabile Milchpreisrechnung.