06 February 2026, 20:03

Miesbacher Viehzucht zwischen Rekordkühen und schrumpfenden Beständen

Ein Bild von Kühen, die auf einer Wiese mit einem Holzzaun, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern, einer Brücke und einem bewölkten Himmel im Hintergrund grasen, mit der Beschriftung 'Kühe auf der Weide in Wiesbaden, Deutschland'.

Miesbacher Viehzucht zwischen Rekordkühen und schrumpfenden Beständen

Die Viehzuchtgenossenschaft Miesbach feiert Jahresversammlung mit Erfolgen und Herausforderungen

Bei der Jahresversammlung der Viehzuchtgenossenschaft Miesbach gab es sowohl Grund zur Freude als auch Anlass zur Sorge. Neun Milchkühe von acht lokalen Betrieben wurden als "Goldene Mädchen" ausgezeichnet – jede von ihnen hatte mehr als 100.000 Liter Milch gegeben. Doch hinter diesen Erfolgen verbirgt sich ein anhaltender Rückgang der Betriebszahlen und der Rinderbestände in der Region.

Die Genossenschaft bilanzierte ein wirtschaftlich starkes Jahr: Die Preise für Milch, Fleisch und Zuchttiere fielen günstig aus, die Marktentwicklung blieb stabil, und auf Ausstellungen konnte die Gruppe mit ihren Tieren überzeugen. Dieser Erfolg ist auch dem bayerischen Programm "Zucht auf Gesundheit und Robustheit" zu verdanken, an dem sich viele Miesbacher Betriebe orientieren. Zuchtleiterin Dr. Paula Heine betonte die wachsende Bedeutung von Tiergesundheit und Fitness – und warnte zugleich vor den Risiken von Inzucht.

Doch die Landwirtschaft in der Region schrumpft weiter. Innerhalb der letzten fünf Jahre sank die Zahl der Milchkühe im Landkreis Miesbach um 12 Prozent auf etwa 4.200 Tiere. Dieser Rückgang liegt über dem bayerischen Durchschnitt von 8 Prozent und steht im deutlichen Kontrast zu Nachbarregionen wie Pfaffenhofen an der Ilm, wo die Kuhbestände sogar um 2 Prozent stiegen. Die Entwicklung beschleunigt eine "Wachsen oder Weichen"-Dynamik, die kleinere Betriebe zunehmend vom Markt drängt.

Auch Krankheitsausbrüche belasteten die Landwirte: Erreger wie das Blauzungenvirus setzten den Betrieben zusätzlich zu und beeinträchtigten Stimmung wie Produktivität. Trotz dieser Herausforderungen bot die Ehrung der neun Hochleistungskühe einen seltenen Lichtblick für die Genossenschaft.

Die Jahresversammlung spiegelte somit sowohl Fortschritte als auch Druck wider, denen der Miesbacher Agrarsektor ausgesetzt ist. Zwar bringen Zuchtprogramme und Marktbedingungen wirtschaftliche Vorteile – doch schrumpfende Tierbestände und Krankheitsrisiken bleiben zentrale Sorgen. Die Zukunft der Genossenschaft wird davon abhängen, wie es gelingt, wirtschaftlichen Erfolg mit den Anforderungen eines sich wandelnden Landwirtschaftssektors in Einklang zu bringen.