Mehrwertsteuersenkung für Gastronomie: Wer profitiert wirklich vom günstigeren Essen?
Mia KochSenkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie: Nur 13 Prozent erwarten niedrigere Preise - Mehrwertsteuersenkung für Gastronomie: Wer profitiert wirklich vom günstigeren Essen?
Ab dem 1. Januar gilt ein reduzierter Mehrwertsteuersatz für Restaurants und Cafés: Statt 19 Prozent werden nun nur noch 7 Prozent fällig. Mit der Maßnahme will die Regierung die angeschlagene Gastronomiebranche entlasten. Eine aktuelle Umfrage zeigt nun, dass die Öffentlichkeit gespalten auf die möglichen Auswirkungen reagiert.
Für die zwischen dem 2. und 7. Januar durchgeführte Erhebung wurden 1.010 Menschen bundesweit befragt. Das Ergebnis: 41 Prozent glauben, dass die Steuersenkung dazu beitragen wird, die Preise in Restaurants zu stabilisieren. Lediglich 13 Prozent erwarten jedoch tatsächlich sinkende Preise.
Ein beträchtlicher Teil der Befragten – 38 Prozent – geht davon aus, dass Restaurantbetreiber durch die Änderung höhere Gewinne erzielen werden. Gleichzeitig gaben 29 Prozent an, in Zukunft häufiger auswärts essen zu wollen. Doch 38 Prozent zeigen sich skeptisch und erklären, die Mehrwertsteuersenkung werde ihr Essverhalten nicht beeinflussen.
Auch Ökonomen haben sich zu Wort gemeldet. Professor Friedrich Heinemann vom ZEW Mannheim kritisierte den Schritt als fiskalpolitisch unverantwortlich. Die Senkung schwäche die Steuerbasis, begünstige bestimmte Interessengruppen und lenke Mittel von dringend benötigten Bereichen wie Bildung und Infrastruktur ab, so seine Argumentation.
Die Reaktionen auf die Mehrwertsteuersenkung fallen insgesamt zwiespältig oder nur verhalten positiv aus. Zwar könnten einige Gäste öfter auswärts essen gehen, doch die meisten rechnen nicht mit spürbaren Preissenkungen. Die langfristigen Folgen für die Branche und die öffentlichen Finanzen bleiben abzuwarten.