Kultiviertes Fleisch soll bald in der Tiernahrung landen – doch fehlen noch Partner aus der Industrie
Leon SchröderKultiviertes Fleisch soll bald in der Tiernahrung landen – doch fehlen noch Partner aus der Industrie
Kultiviertes Fleisch könnte bald in Tiernahrung landen – Unternehmen drängen auf breitere Akzeptanz
Laut Führungskräften von BeneMeat könnte kultiviertes Fleisch bereits in fünf Jahren von großen Herstellern in Tiernahrung eingesetzt werden. Das Unternehmen sieht darin eine Chance für bessere Ernährung, Nachhaltigkeit und kontrolliertere Produktion für Haustiere weltweit.
BeneMeat betrachtet kultiviertes Fleisch als zusätzliche Proteinquelle für Tierhalter, nicht als Ersatz. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass es die Auswahl für Verbraucher und Produzenten erweitert. Mit dem Programm Try & Share will das Unternehmen durch Transparenz Vertrauen aufbauen – ein Ansatz, den auch Owen Ensor von Meatly betont.
Eine Umfrage aus dem Jahr 2023 ergab, dass 39 Prozent der Befragten kultivierte Tiernahrung kannten, während 35 Prozent bereit wären, sie auszuprobieren. Trotz dieses Interesses haben bisher keine führenden Markenhersteller bekannt gegeben, bis 2027 mit BeneMeat oder Meatly zusammenzuarbeiten. Rich Kelleman von Bond sieht im Erfolg bei Tiernahrung jedoch einen möglichen Türöffner für eine breitere Kommerzialisierung.
BeneMeat wirbt damit, dass die Technologie Qualität, Lieferstabilität und Nachhaltigkeit verbessert. Jan Lupich und Katharina Eist-Holland werden die Ergebnisse des Try & Share-Programms am 11. Mai 2026 auf dem Forum Europe in Nürnberg präsentieren. Eine der größten Hürden bleibt die Aufklärung – Ensor ist überzeugt, dass sie entscheidend für die Verbraucherakzeptanz sein wird.
Der Tiernahrungssektor könnte zum Testfeld für kultiviertes Fleisch werden und den Weg in den Massemarkt ebnen. BeneMeats Prognosen hängen von Branchenpartnerschaften, Transparenz und Verbraucherbildung ab. Ohne konkrete Zusagen großer Hersteller bleibt der Zeitplan für eine flächendeckende Einführung jedoch ungewiss.