11 January 2026, 16:06

Kaufbeurens Traum von einer echten Studentenstadt bleibt unvollendet

Ein belebter Universitätscampus mit Studenten, die herumlaufen, einem zentralen Garten und zahlreichen Bäumen drumherum.

Kaufbeurens Traum von einer echten Studentenstadt bleibt unvollendet

Kaufbeuren trägt seit langem den Beinamen "Universitätsstadt" – und das vor allem wegen seiner Rolle in der Ausbildung künftiger Steuerbeamter. Doch eine echte Campus-Infrastruktur sucht man hier vergeblich: Studierende sind auf gemietete Gebäude verteilt. Seit Jahren wird über den Bau einer eigenen "Studentenstadt" diskutiert – doch konkrete Fortschritte bleiben unklar.

Die Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbereich Finanzen, hatte ihren Standort einst aus Platzmangel in Kaufbeuren eingerichtet. Zeitweise wurden Studierende sogar nach Herrsching ausgelagert, um die Überlastung zu mildern. Aktuell findet der Lehrbetrieb in verstreuten Mietobjekten statt – ohne zentrale Hörsäle, Studentenwohnheime oder Mensa.

Vor zwei Jahren gewann die Idee einer "Studentenstadt" an Fahrt, als das Bauunternehmen Dobler dem Freistaat Bayern laut Berichten ein zwei Hektar großes Grundstück angeboten haben soll. Seither jedoch stocken die Entwicklungen. Öffentliche Unterlagen zum aktuellen Planungsstand fehlen, und in keinem offiziellen Dokument wird ein Unternehmen im Zusammenhang mit dem Grundstücksangebot genannt. Ohne einen zentralen Campus fällt es Kaufbeuren schwer, eine echte universitäre Atmosphäre zu schaffen. Die Studierenden lernen weiterhin an verschiedenen, oft unzusammenhängenden Orten – fernab eines klassischen Hochschulambientes.

Der Vorschlag für eine "Studentenstadt" in Kaufbeuren schwebt weiterhin in der Schwebe. Aktuelle Dokumente, die konkrete Schritte aufzeigen, gibt es nicht, und das frühere Grundstücksangebot ist bis heute nicht bestätigt. Vorerst bleibt der Ruf Kaufbeurens als Hochschulstandort von provisorischen Lösungen abhängig – statt von einer dauerhaften Heimat für seine Studierenden.