17 June 2026, 16:24

Karin Bergmann leitet als erste Frau die Salzburger Festspiele

Salzburger Positionierungen

Karin Bergmann leitet als erste Frau die Salzburger Festspiele

Karin Bergmann übernimmt als neue künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele

Karin Bergmann hat die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele übernommen. Sie folgt auf Markus Hinterhäuser, der die Position Ende März nach einer Phase ungelöster Konflikte verließ. Mit ihrer Berufung steht erstmals eine Frau an der Spitze des renommierten Festivals.

Hinterhäuser war nach monatelangen Auseinandersetzungen zurückgetreten, ohne dass die Festspiele die Gründe dafür öffentlich darlegten. Bergmann kritisierte später die mangelnde Transparenz und erklärte, sie hätte sich eine klare Stellungnahme zu seinem Abgang gewünscht. Ihr Verhältnis zu Hinterhäuser bezeichnete sie als professionell, nicht persönlich – trotz seiner früheren Äußerungen, sie als „liebe Freundin“ zu bezeichnen.

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Bergmann plant nun, Hinterhäusers musikalische Vision fortzuführen, möchte jedoch gleichzeitig das Theaterangebot des Festivals ausbauen. Zudem setzt sie sich für eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Kuratorium ein und unterstützt Geschlechterquoten. Ihre eigene Berufung kam überraschend, da sie zunächst nicht damit gerechnet hatte, dass sie für die Spitzenposition infrage käme.

Die Amtszeit der Festspielpräsidentin Kristina Hammer endet voraussichtlich Ende 2026; die Stelle wurde bereits neu ausgeschrieben. Ihr Name fehlte auf den offiziellen Einladungen zur Eröffnung am 26. Juli – ein Bruch mit der Tradition, bei der die Präsidentin üblicherweise teilnimmt.

Bergmanns Führung beginnt mit dem Bekenntnis zu künstlerischer Kontinuität und strukturellen Veränderungen. Der Stiftungsrat wird sich bald mit der zukünftigen Führung des Festivals befassen, während die Gründe für Hinterhäusers Rücktritt weiterhin im Dunkeln bleiben. Bergmanns Fokus auf Transparenz und Repräsentation deutet auf einen Kurswechsel für die Institution hin.

Quelle