09 January 2026, 04:05

Julia Ruhs wechselt zu *Bild* – mit scharfer Kolumne gegen politische Einfalt

Eine Zeitung mit darauf gedrucktem Text.

Julia Ruhs wechselt zu *Bild* – mit scharfer Kolumne gegen politische Einfalt

Die Journalistin Julia Ruhs wechselt zu Bild und wird dort eine neue Kolumne mit dem Titel Mein Standpunkt schreiben. Der alle zwei Wochen erscheinende Beitrag wird sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen befassen und ihre Stimme in eine der ältesten Zeitungen Deutschlands einbringen. Ruhs, bekannt für ihre scharfsinnigen Analysen, bringt eine konservativ-liberale Perspektive in das 1952 gegründete Blatt ein.

Die ausgebildete Journalistin und Politikwissenschaftlerin hat sich als eine der prägnantesten jungen Medienpersönlichkeiten Deutschlands einen Namen gemacht. Sie moderierte die politische Dokumentationsreihe Klar für ARD und BR und veröffentlichte 2025 das Buch Links-grüne Meinungsmacht: Wie unser Land gespalten wird. Der Medienkonzern Axel Springer, hinter Bild stehend, bezeichnet sie als eine der herausragenden Stimmen der aktuellen Debattenkultur.

Ihr Abschied vom NDR-Format Klar erfolgte, nachdem sie dem Sender vorwarf, weniger Toleranz für ideologische Vielfalt zu zeigen als der BR. Ruhs äußerte später, sie fühle sich für den NDR "zu rechts", distanzierte sich jedoch ausdrücklich von der AfD und positioniert sich stattdessen näher an FDP und CDU. Ihrer Ansicht nach trägt die Auseinandersetzung mit kontroversen Standpunkten in den Medien nicht dem Rechtspopulismus in die Hände, sondern hilft vielmehr, das Vertrauen jener Zuschauer zurückzugewinnen, die sich von der etablierten Berichterstattung abgewandt haben. Marion Horn, Chefredakteurin und Vorsitzende der Bild-Redaktion, lobte Ruhs als "messerscharfe Analytikerin" mit einem "furchtlosen, ungeschönten Blick" auf die Gesellschaft. Die neue Kolumne bietet ihr eine Plattform, um weiterhin gängige Erzählungen infrage zu stellen.

Ruhs’ Wechsel zu Bild markiert eine Wende in ihrer Karriere – weg vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk hin zu einer der größten kommerziellen Tageszeitungen Deutschlands. Ihre Kolumne wird mindestens zweimal im Monat erscheinen und den Lesern eine konservativ-liberale Perspektive auf das aktuelle Geschehen bieten. Der Schritt folgt auf ihre Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern und ihr Engagement für eine vielfältigere politische Debattenkultur in den deutschen Medien.