Jan van Aken verlässt die Linke – wer übernimmt das Erbe des Umfragebooms?
Lotta SchneiderJan van Aken verlässt die Linke – wer übernimmt das Erbe des Umfragebooms?
Jan van Aken tritt als Vorsitzender der Linken zurück. Seine kurze, aber prägende Amtszeit sah einen deutlichen Anstieg der Umfragewerte der Partei. Nun wird erwartet, dass Luigi Pantisano seine Nachfolge antritt.
Van Akens Führung an der Seite von Ines Schwerdtner begann mit geringer Unterstützung von nur 2–3 Prozent. Bis zur Bundestagswahl 2025 steigerte sich die Linke auf 8,8 Prozent und gewann dabei über 700.000 Wähler:innen, die mit den Grünen unzufrieden waren. Viele führten den Wandel auf seinen direkten Stil und seine mutigen Strategien zurück.
Gemeinsam mit Reichinnek erweiterten sie die Anziehungskraft der Partei, insbesondere bei älteren Wähler:innen. Zudem schärften sie die außenpolitische Positionierung und erwarben sich so breitere Anerkennung. Van Akens konfrontativer Ansatz beschränkte sich nicht auf die Politik – so drohte er im Mai 2026 damit, gegen Vonovia zu protestieren, dem er illegale Mietpreiserhöhungen und „mafiaähnliche Strukturen“ vorwarf.
Auf seiner letzten Pressekonferenz präsentierte er eine schwarze Kiste, auf der Schwerdtner bei Veranstaltungen gestanden hatte. Zudem gestand er Journalisten, dass das Duo sie zwei Jahre lang „an der Nase herumgeführt“ habe. Trotz Kritik an seiner populistischen Rhetorik bedankte er sich öffentlich bei Schwerdtner für ihre „absolut herausragende Arbeit“ während ihrer gemeinsamen Zeit.
Van Akens Rückzug markiert das Ende einer kurzen, aber wandlungsintensiven Phase für die Linke. Die Umfragegewinne und die erweiterte Wählerbasis bleiben seine greifbarsten Erfolge. Sein Nachfolger übernimmt nun eine Partei mit einer gestärkten nationalen Präsenz.






