"Jahrhundertflut" bedroht Atomkraftwerke in Deutschland und Österreich
Teile Deutschlands, Österreichs und Tschechiens von „Jahrhundertflut“ betroffen
In weiten Teilen Deutschlands, Österreichs und der Tschechischen Republik wütet eine als „Jahrhundertflut“ bezeichnete Extremüberflutung. Die Katastrophe hat bereits mehrere Städte heimgesucht, darunter Passau in Süddeutschland, und wirft Fragen zur nuklearen Sicherheit in der Region auf.
Besonders schwer getroffen hat es Passau und weitere Gebiete in Süd- und Ostdeutschland. Österreichs einziges Kernkraftwerk, das nie radioaktiven Abfall produzierte, steht zwar unter Wasser, doch Behörden versichern, es gehe keine Gefahr davon aus. Das tschechische Kernkraftwerk Temelín, das 1,5 Kilometer vom nächsten Fluss entfernt liegt, bleibt von den Fluten unberührt.
Deutschlands Atomkraftwerke, die oft in der Nähe von Flüssen oder Meeren zur Kühlung errichtet wurden, verfügen über unterschiedliche Hochwasserschutzmaßnahmen. Das Kernkraftwerk Krümmel bei Hamburg ist beispielsweise bis zu einer Höhe von 9,7 Metern gesichert – höher als die Pegelstände bei der aktuellen Flut. Ältere Meiler in den neuen Bundesländern, die nach der Wiedervereinigung abgeschaltet wurden, könnten jedoch gefährdet sein, falls sich die Überflutungen weiter nach Westen ausbreiten. Zudem bieten viele deutsche Reaktoren nur unzureichenden Schutz gegen Erdbeben und plötzliche Sturzfluten.
Bereits zum zweiten Mal innerhalb von nur elf Jahren wird die Region von einer „Jahrhundertflut“ heimgesucht. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan den Ausstieg aus acht Atomkraftwerken eingeleitet.
Die aktuellen Fluten stellen die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen in den Atomkraftwerken auf die Probe. Während einige Anlagen weiterhin sicher sind, drohen anderen potenzielle Risiken, sollten die Wasserstände weiter steigen. Die wiederkehrenden Extremhochwasser in der Region offenbaren anhaltende Schwachstellen in der Infrastruktur.






