IAA München kehrt zurück – doch die Autowende bleibt aus
Die IAA in München hat nach einem Branchenumbruch wieder ihre Tore geöffnet. Die Veranstalter betonen, dass die Messe nun "Mobilität" und nicht mehr nur Autos in den Mittelpunkt stelle. Kritiker werfen dem Event jedoch vor, Umweltbelange seit der Neuauflage zu vernachlässigen.
Die Messe findet zu einer Zeit statt, in der die Zahl der Pkw in Deutschland weiter steigt. Aktuell sind bundesweit 49,3 Millionen Personenkraftwagen zugelassen. Umfragen zufolge sehen 85 Prozent der Deutschen in den nächsten zehn Jahren keine Alternative zum eigenen Auto.
Noch vor der jüngsten Branchenkrise hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder einen "Zehn-Punkte-Plan zur Rettung des Autos" vorgelegt. Das Papier sollte Hersteller und Absatz fördern – eine Reduzierung der Fahrzeugzahlen sah es jedoch nicht vor. Nun wird die Rückkehr der IAA zum ersten großen Stresstest für die Branche nach dem Umbruch.
Die Digitalisierung dominiert die Debatten. Neue Gesetze haben Online-Zulassungsportale, digitale Führerscheine und automatisierte Parksysteme eingeführt. Doch diese Innovationen ändern wenig an der wachsenden Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen. Profitieren tut vor allem die Autoindustrie – direkt durch Neuzulassungen und Leasingverträge.
Die Neuauflage der IAA offenbart eine Kluft zwischen Mobilitätsrhetorik und Realität. Die Autabhängigkeit in Deutschland zeigt keine Anzeichen einer Trendumkehr, die Zulassungszahlen steigen Jahr für Jahr. Der Fokus liegt weiterhin auf Absatz – nicht auf Nachhaltigkeit oder Alternativen zum Privatwagen.






