Homophober Angriff in Augsburg: Vier Männer vor Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung
Mia KochAngriff mit mutmaßlich homophobem Motiv? Landgericht verhandelt - Homophober Angriff in Augsburg: Vier Männer vor Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung
Vier Männer im Alter zwischen 22 und 25 Jahren müssen sich ab dem 23. Februar vor dem Landgericht München wegen des Verdachts einer homophoben Gewalttat verantworten, die sich im März vergangenen Jahres in Augsburg ereignet hat. Die bayerischen Behörden haben den Fall übernommen; die Staatsanwaltschaft München führt das Verfahren aufgrund möglicher extremistischer Hintergründe.
Der Angriff ereignete sich im März 2023 in der Augsburger Maximilianstraße. Zwei Männer sollen zunächst mit homophoben Beleidigungen konfrontiert und anschließend angegriffen worden sein. Den vier Angeklagten wird vorgeworfen, die Opfer getreten und geschlagen zu haben, wodurch diese Prellungen am Kopf und Oberkörper erlitten.
Einer der Beschuldigten ist bereits wegen einer tödlichen Gewalttat vorbestraft: 2019 tötete er als 17-Jähriger an Heiligabend auf dem Augsburger Königsplatz einen 49-jährigen Vater mit einem einzigen Schlag. Damals wurde er wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu vier Jahren und sechs Monaten Jugendhaft verurteilt. Die Ermittlungen laufen unter der Aufsicht der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus in Bayern. Die Behörden gehen von einer anti-LGBTQ+-Motivation aus. Allen vier Angeklagten wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Der Prozess ist auf elf Verhandlungstage angesetzt; die Plädoyers und das Urteil werden für den 13. März erwartet. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten empfindliche Strafen nach deutschem Recht. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der bayerischen Behörden, hassmotivierte Gewalt konsequent zu verfolgen.