Hetzner stoppt alle Krypto-Aktivitäten auf seinen Servern – was steckt dahinter?
Mia KochHetzner stoppt alle Krypto-Aktivitäten auf seinen Servern – was steckt dahinter?
Hetzner Online verbietet Krypto-Aktivitäten auf seinen Servern
Der mittelgroße deutsche Hosting-Anbieter Hetzner Online hat sämtliche kryptobezogenen Aktivitäten auf seinen Servern untersagt. Das in der ruhigen fränkischen Stadt Gunzenhausen ansässige Unternehmen hatte zuvor einen beträchtlichen Anteil der Blockchain-Knoten für große Netzwerke bereitgestellt. Von der Entscheidung betroffen sind nun unter anderem Ethereum, Bitcoin, Solana und Avalanche.
Hetzner galt lange als wichtiger Akteur in der Blockchain-Infrastruktur. Seine Server unterstützten 15 Prozent der Ethereum-Knoten, 36 Prozent der Solana-Validatoren, 12 Prozent der Avalanche-Validatoren und 7 Prozent der Bitcoin-Knoten. Trotz dieser starken Einbindung hat das Unternehmen kürzlich seine Nutzungsbedingungen aktualisiert und damit Krypto-Mining, Staking und selbst den Handel verboten.
Das Verbot umfasst sowohl Proof-of-Work- als auch Proof-of-Stake-Systeme sowie damit verbundene Anwendungen. In den Bedingungen wird „Plotting“ – eine Krypto-Aktivität – erwähnt, ohne jedoch dessen genaue Bedeutung zu erläutern. Branchenbeobachter vermuten, dass der Schritt auf frühere Probleme mit übermäßigem Stromverbrauch oder den Wunsch zurückzuführen ist, Hetzners grünes Image zu wahren.
Der Zeitpunkt der Entscheidung ist bemerkenswert. Der Ethereum Merge, durch den das Netzwerk auf Proof-of-Stake umgestellt wurde, hätte Hetzner als einen der großen Staking-Anbieter positionieren können. Stattdessen zog sich das Unternehmen vollständig aus diesem Bereich zurück.
Hetzners Rückzug könnte zu einer dezentraleren Krypto-Infrastruktur führen. Ohne seine Server müssen Netzwerke wie Ethereum ihre Knoten möglicherweise auf eine größere Anzahl von Anbietern verteilen. Die Entscheidung des Unternehmens sendet zudem ein klares Signal gegen energieintensive Blockchain-Operationen in der Zukunft.






