07 February 2026, 08:02

Güterverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg bricht nach Sanierungsstart zusammen

Ein Güterzug fährt auf Schienen neben einer Stadt, mit Strommasten und Kabeln daneben, Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Güterverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg bricht nach Sanierungsstart zusammen

Schwerwiegende Störungen im Güterverkehr: Nürnberg–Regensburg-Korridor nach Sanierungsstart lahmgelegt

Der Güterverkehr auf der wichtigen Strecke Nürnberg–Regensburg steht vor massiven Behinderungen, nachdem in dieser Woche umfangreiche Bauarbeiten begonnen haben. Die Krise verschärfte sich, als ein seit langem überfälliges elektronisches Stellwerk in Ansbach nicht wie geplant in Betrieb ging und damit eine entscheidende Ausweichroute für Güterzüge blockierte.

Die Probleme begannen mit wiederholten Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des neuen Stellwerks in Ansbach. Dadurch blieb die geplante Umleitungsstrecke über Würzburg, Ansbach und Treuchtlingen teilweise unbrauchbar. In der Folge mussten Güterzüge aufwendig umgeleitet werden, was zu erheblichen Verspätungen bei Industrieverladern und im internationalen Transitverkehr führte.

Die DB InfraGO schlug vor, den Güterverkehr vorerst über dieselbe Achse umzuleiten, um einen vollständigen Stillstand des Nord-Süd-Verkehrs zu verhindern. Doch Branchenvertreter kritisierten diesen Plan als unzureichend. Peter Westenberger, Geschäftsführer des Bundesverbandes Schienengüterverkehr (BAG), bezeichnete die vollständige Streckensperrung als "katastrophal" und warnte vor anhaltenden Risiken aufgrund mangelhafter Vorbereitung.

Weitere Herausforderungen stehen bevor: Auch die Ausweichroute selbst soll zwischen 2028 und 2029 vollständig saniert werden – noch ist jedoch unklar, wie sich dies auf Fahrpläne und Kosten für Unternehmen wie die Eisenbahn Verkehrs Nachrichten (EVN) auswirken wird. Bereits jetzt belasten andere Baustellen, darunter die Sperrung der Strecke Nürnberg–Regensburg ab Februar 2026, die Kapazitäten und verlängern die Transportzeiten.

Der Bundesverband Schienengüterverkehr verurteilte den holprigen Start des Projekts und wies auf erhebliche Risiken für die Lieferketten hin. Da eine schnelle Lösung für das defekte Stellwerk ausbleibt und weitere Großbaustellen bevorstehen, müssen Güterverkehrsunternehmen mit anhaltender Unsicherheit rechnen. Die genauen Folgen für Kosten und Fahrpläne bleiben vorerst unabsehbar.