17 February 2026, 20:04

Grüner Wasserstoff fließt – doch die Zertifikate bleiben an der Grenze stecken

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit grünem Rand und gedrucktem Text.

Grüner Wasserstoff fließt – doch die Zertifikate bleiben an der Grenze stecken

Seit Anfang 2024 fließt grüner Wasserstoff im Rahmen der Initiative H2 cross border von Österreich nach Deutschland. Das 2021 gestartete Projekt verbindet die österreichische Produktion mit den deutschen Energienetzen. Doch ein zentrales Hindernis bleibt: Zertifikate, die den Ursprung des Wasserstoffs nachweisen, können die Grenze nicht überqueren – weil die nötige Infrastruktur fehlt.

Das H2 cross border-Vorhaben entstand 2021 als Zusammenarbeit zwischen der RAG Austria AG, der Bayernets GmbH, der Shell Deutschland GmbH und der Meggle Holding SE. Bereits im September 2024 begann RAG Austria, grünen Wasserstoff ins österreichische Gasnetz einzuspeisen, von wo aus er in das deutsche Netz von Bayernets gelangte. Bis Januar 2026 waren auf diese Weise rund 630 Megawattstunden Wasserstoff geliefert worden.

Trotz des physischen Transports des Wasserstoffs können die Herkunftsnachweise für seine erneuerbare Erzeugung nicht mitziehen. Die in Österreich ausgestellten Dokumente finden im deutschen System keine Entsprechung, da es hierzulande an einem kompatiblen Register mangelt. Die Projektpartner fordern seit Langem, dass Deutschland ein eigenes Register einrichtet und es mit dem österreichischen Rahmenwerk abstimmt.

Für den Aufbau des nationalen Registers ist das Umweltbundesamt (UBA) zuständig. Doch ein konkreter Zeitplan für dessen Inbetriebnahme steht noch aus. Branchenvertreter drängen weiterhin auf eine Harmonisierung mit den Nachbarländern, um eine reibungslose grenzüberschreitende Zertifizierung zu ermöglichen.

Die Initiative hat zwar den grenzüberschreitenden Transport von Wasserstoff erfolgreich umgesetzt, doch die administrativen Hürden bestehen fort. Solange das deutsche Register nicht funktionsfähig ist, bleiben die Herkunftsnachweise an der österreichischen Grenze stecken. Die Lösung dieses Problems ist entscheidend – sowohl für die langfristige Tragfähigkeit des Projekts als auch für den Ausbau des europäischen Wasserstoffhandels.