Großrazzia in Regensburg: Behörden durchsuchen 16 Objekte wegen Sozialbetrugs
Leon SchröderGroßrazzia in Regensburg: Behörden durchsuchen 16 Objekte wegen Sozialbetrugs
Großrazzia in der Oberpfalz: Behörden gehen gegen mutmaßlichen Sozialversicherungsbetrug vor
In der Oberpfalz läuft seit heute eine großangelegte Aktion der Behörden gegen den Verdacht auf Sozialversicherungsbetrug. Seit 11 Uhr durchsuchen rund 80 Beamte 16 Objekte in Regensburg, die mit Bars, Nachtclubs und Restaurants in Verbindung stehen. Die unter dem Codenamen Nachtausflug geführte Operation richtet sich gegen eine Unternehmensgruppe, der vorgeworfen wird, Mitarbeiter nicht ordnungsgemäß angemeldet oder Sozialabgaben vorenthalten zu haben.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Regensburg leitet die seit Monaten vorbereiteten Ermittlungen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Regensburg sicherten die Beamten Durchsuchungsbeschlüsse, nachdem sie Hinweise auf nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge gefunden hatten. Das Ausmaß des mutmaßlichen Betrugs ist noch unklar, doch Akten aus vergleichbaren FKS-Verfahren im Jahr 2025 zeigen, dass in ähnlichen Fällen Bußgelder in Höhe von 1.086.711 Euro verhängt und Haftstrafen von insgesamt 27 Jahren und einem Monat ausgesprochen wurden.
Bei den heutigen Durchsuchungen beschlagnahmen die Ermittler Computer, Smartphones und Finanzunterlagen – sowohl in Privatwohnungen als auch in Geschäftsräumen. Fünfzehn der 16 durchsuchten Objekte liegen in der Oberpfalz, die meisten davon gehören zu einem einzigen Unternehmensnetzwerk. Sobald die Beweismittel gesichert sind, wird die FKS das Material auswerten, um das volle Ausmaß der Unregelmäßigkeiten zu klären.
Die Aktion reiht sich in eine Serie von FKS-Ermittlungen ein. Bei jüngsten Untersuchungen leitete die Behörde 1.319 Strafverfahren und 1.066 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und deckte dabei einen Schaden von über 19 Millionen Euro auf. Der Großteil der Verluste entstand dadurch, dass Arbeitgeber Mitarbeiter nicht bei der Sozialversicherung meldeten oder Löhne zu niedrig angaben.
Die Ermittlungen dauern an, weitere Details wurden bisher nicht bekannt gegeben. Die Behörden werden die beschlagnahmten Beweise prüfen, bevor über mögliche Anklagen gegen die Beschuldigten entschieden wird. Bei einer Verurteilung drohen den Beteiligten hohe Geldstrafen, Vermögensentzug und Haftstrafen – entsprechend früherer Urteile in ähnlichen Fällen.