07 February 2026, 08:06

Gil Ofarim gesteht Lüge: Der Fall, der Deutschland erschütterte

Eine Gruppe von Menschen steht vor Reportern mit Mikrofonen, Handys und Papieren in einer öffentlichen Raum mit einer Glaswand im Hintergrund.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim gesteht Lüge: Der Fall, der Deutschland erschütterte

Im Oktober 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels antisemitisches Verhalten vor und behauptete, der Mann habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette abzulegen. Die Vorwürfe lösten öffentliche Empörung und breite Solidarität mit Ofarim aus. Doch zwei Jahre später nahm der Fall eine dramatische Wende, als er vor Gericht eingestand, dass die Geschichte erfunden war.

Der Streit begann, als Ofarim ein Video in den sozialen Medien veröffentlichte, in dem er den Vorfall im Leipziger Hotel schilderte. Er behauptete, der Mitarbeiter habe diskriminierende Bemerkungen gemacht und verlangt, er solle die Kette verstecken. Die Überwachungsaufnahmen des Hotels zeigten jedoch keine Spur der Halskette – ein Umstand, der Zweifel an seiner Darstellung aufkommen ließ.

Ofarim bestand darauf, das Video sei geschnitten worden und entscheidende Sekunden fehlten. Zudem behauptete er, ein Zeuge habe ihn mit der Kette gesehen. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, nannte die Situation in einer öffentlichen Stellungnahme "kaum an Heuchelei zu überbieten".

Im November 2023 gestand Ofarim vor Gericht, den Vorfall erfunden zu haben. Im Rahmen eines Vergleichs zahlte er 10.000 Euro an die Jüdische Gemeinde Leipzig und die Stiftung Haus der Wannsee-Konferenz als Entschädigung. Später berief er sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, um sein Schweigen zu begründen – doch der Anwalt des Hotelmitarbeiters klärte auf, dass es lediglich eine Unterlassungserklärung gab, die Ofarim daran hinderte, seine Behauptungen zu wiederholen.

Im Januar 2026 brach Ofarim sein Schweigen in der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!". Sein Auftritt löste Kritik aus, es gab Forderungen nach einem Boykott wegen seiner früheren Lügen. RTL verteidigte die Entscheidung mit dem Argument, Ofarim habe Verantwortung für sein Handeln übernommen. Gleichzeitig geriet der Sender selbst in die Kritik, nachdem eine Satire-Einlage wegen antisemitischer Untertöne gestrichen worden war – sie hatte auf Klischees über "Betrüger" angespielt.

Der Fall veränderte das öffentliche Bild Ofarims grundlegend: Aus einem vermeintlichen Opfer von Diskriminierung wurde eine Person, der Täuschung vorgeworfen wird. Sein Geständnis vor Gericht und die finanzielle Einigung beendeten den Rechtsstreit. Doch sein Comeback-Versuch in der Reality-TV-Show im Jahr 2026 entfachte erneut Debatten über Verantwortung und mediale Darstellung.