28 March 2026, 06:05

Giffey diskutiert mit Rudower Apothekerin über Reformrisiken und Personalkosten

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Berlin auf dem Cover, das Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Giffey diskutiert mit Rudower Apothekerin über Reformrisiken und Personalkosten

Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft, besuchte am Mittwoch die Alte Kloster-Apotheke in Rudow. Die ehemalige regierende Bürgermeisterin nahm sich eine Stunde Zeit, um mit der Inhaberin über die Herausforderungen lokaler Apotheken und die anstehende Apothekenreform zu sprechen. Apothekerin Katja Laurisch-Nehrkorn äußerte Bedenken zu Personalkosten, Gebührenanpassungen und der drohenden Konkurrenz durch Drogerieketten im Rezeptmarkt.

Laurisch-Nehrkorn betonte die finanzielle Belastung der Apotheken, insbesondere die längst überfällige Anpassung der Vergütungssätze. Ohne bessere Löhne werde es immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu halten, warnte sie. Die geplante Ausbildungsabgabe würde die ohnehin hohen Lohnkosten weiter erhöhen und die Apotheken zusätzlich belasten.

Giffey hörte zu, als die Apothekerin Pläne kritisierte, die Kompetenzen von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) auszuweiten. Laurisch-Nehrkorn befürchtet, dass dies Drogerieketten den Weg ebnen könnte, verschreibungspflichtige Medikamente abzugeben – zum Nachteil unabhängiger Apotheken. Zudem äußerte sie Sorgen, dass hochpreisige Arzneimittel vermehrt direkt vertrieben werden könnten, was lokale Betriebe weiter unter Druck setzt.

Thema war auch die umfassendere Apothekenreform, das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das 2026 in Kraft treten soll. Die Reform sieht vor, die Finanzierung der Apotheken durch höhere Festbeträge für Packungszuschläge, ländliche Zuschläge und Bürokratieabbau zu stärken. Die Gesamtvergütung soll zwischen 2013 und 2024 von 5,6 auf 7,1 Milliarden Euro steigen. Doch bleibt umstritten, ob die Mittel gleichmäßig verteilt oder gezielt nach Bedarf eingesetzt werden sollen.

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Giffey hob die Bedeutung von Apotheken wie der von Laurisch-Nehrkorn hervor, die an zwei Standorten über 30 Mitarbeiter beschäftigt. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass Apotheker verbindliche Verhandlungsrechte erhalten, um Gebühren ohne Eingriffe des Bundesgesundheitsministeriums selbst festzulegen. Obwohl die Senatorin auf Bundesebene nur begrenzten Einfluss hat, schätzte Laurisch-Nehrkorn ihr Engagement für lokale Belange.

Zum Abschluss bedankte sich Giffey bei Laurisch-Nehrkorn für ihre Einsichten und deren Rolle im Rudower Gesundheitssystem. Wie sich die Reform auf unabhängige Apotheken auswirken wird, bleibt ungewiss. Doch die Diskussion machte zentrale Punkte deutlich: faire Vergütung, Personalbindung und die Risiken durch Marktveränderungen. Nun warten die Apotheker auf konkrete Lösungen, wie die Reform 2026 diese Herausforderungen angehen wird.

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