19 June 2026, 04:01

Gericht stoppt deutsche Grenzkontrollen – doch die Regierung hält an ihnen fest

Trotz verschärfter Kontrollen: GdP erwartet keine Verkehrsstaus in den Ferien - Normalreisende im Fokus

Gericht stoppt deutsche Grenzkontrollen – doch die Regierung hält an ihnen fest

Deutschland führt seit September 2024 an allen Landesgrenzen Kontrollen durch. Ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz erklärte diese Maßnahmen nun für rechtswidrig – und befeuert damit die Debatte über ihre Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit.

Die Entscheidung des Koblenzer Gerichts folgt einem ähnlichen Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs aus dem Jahr 2024, das bereits damals stichprobenartige Grenzkontrollen für unzulässig erklärt hatte. Trotz dieser Rechtsprechung hat die Bundesregierung gegen das jüngste Urteil Berufung eingelegt und signalisiert damit, die Kontrollen vorerst aufrechterhalten zu wollen.

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Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, kritisierte öffentlich das Fehlen von Reformen in der Grenzpolitik. Er erklärte, die Bundespolizei konzentriere sich mittlerweile auf gezielte Fahrzeugtypen und verdächtige Kennzeichen statt auf normale Urlauber. Roßkopf zufolge hatten die verschärften Kontrollen im Sommer 2024 nur geringe Auswirkungen auf den Reiseverkehr.

Die EU hatte Deutschland wiederholt aufgefordert, die Grenzkontrollen schrittweise zurückzufahren. Roßkopf erwarte jedoch selbst mit den weiterhin geltenden Verschärfungen keine größeren Verkehrsbehinderungen in der kommenden Urlaubssaison.

Durch die Berufung der Bundesregierung bleiben die Kontrollen vorerst in Kraft. Während der Rechtsstreit andauert, passen die Behörden ihre Kontrollpraktiken an. Reisende müssen laut aktueller Polizeistrategie und bisheriger Erfahrungen kaum mit nennenswerten Verzögerungen rechnen.

Quelle