Gerhard Polt beendet nach 50 Jahren eine Ära an den Münchner Kammerspielen
Lotta Schneider"Ende einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polt beendet nach 50 Jahren eine Ära an den Münchner Kammerspielen
Gerhard Polt hat sich nach 50 Jahren Zusammenarbeit von den Münchner Kammerspielen mit einem letzten Auftritt verabschiedet. Seine letzte große Produktion, "A scheene Leich", endete nach einer ausverkauften Serie von 52 Vorstellungen. Fans und Kollegen würdigten den Abend mit bewegenden Hommagen und stehenden Ovationen.
Polts lange Verbindung zum Theater begann 1975 während einer Kabarettwoche im Werkraum. Sein Durchbruch gelang ihm drei Jahre später mit "Kehraus" – eine so erfolgreiche Produktion, dass sie später sogar verfilmt wurde.
Der letzte Abend von "A scheene Leich" war von tiefer Emotion geprägt. Donnernder Applaus ging in stehende Ovationen über, während Polt sich mit den Well-Brüdern und dem gesamten Ensemble umarmte. Gemeinsam stimmten sie mit dem Publikum ein Lied an und besiegelten so einen herzlichen Abschied.
Barbara Mundel, künstlerische Leiterin der Münchner Kammerspiele, bestätigte, dass zwar keine weiteren großen Inszenierungen mit wochenlangen Proben mehr geplant seien, Polts Verbindung zum Haus aber bestehen bleibe. Künftige Kooperationen könnten Lesungen umfassen und so seine Präsenz im kreativen Leben des Theaters bewahren.
Die Kammerspiele würdigten das Ende dieses Kapitels mit einem Instagram-Beitrag, der Bilder der letzten Vorstellung zeigte. Die Bildunterschrift "Das Ende einer Ära" spiegelte die Bedeutung von Polts fünfzigjährigem Schaffen für die Bühne wider.
Mit "A scheene Leich" ist nun ein bedeutendes Stück Theatergeschichte abgeschlossen. Zwar dürften große Produktionen für Polt der Vergangenheit angehören, doch sein Werk wird in neuen Formaten weiterleben. Die Offenheit des Theaters für künftige Projekte hält die Tür für weitere gemeinsame Vorhaben offen.