23 March 2026, 10:03

Georg Hackl wirft Deutschland "Bananenrepublik"-Mentalität bei Infrastrukturprojekten vor

Ein Buchumschlag mit dem Titel 'Sport in Europa' in leuchtenden Farben und detaillierten Designs, der verschiedene Olympische Symbole und Designs zeigt, die mit den Olympischen Spielen in Europa in Verbindung stehen.

Georg Hackl wirft Deutschland "Bananenrepublik"-Mentalität bei Infrastrukturprojekten vor

Georg Hackl, dreifacher Olympiasieger im Rodeln und ehemaliger Trainer, hat Deutschlands Unfähigkeit, wichtige Infrastrukturprojekte abzuschließen, scharf kritisiert. In einer deutlichen Abrechnung bezeichnete er das Land als "Bananenrepublik" und verwies auf jahrelange Verzögerungen bei großen Vorhaben. Seine Frustration kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit stockenden Projekten kämpft, während andere Nationen ehrgeizige Pläne zügig umsetzen.

Hackl hob insbesondere die anhaltenden Probleme an der Rodelbahn in der Nähe seines Wohnorts Königssee hervor. Die Anlage ist seit Jahren wegen Hochwasserschäden an nur ein oder zwei Kurven nicht nutzbar. Trotz ihrer Bedeutung schleppen sich die Reparaturarbeiten dahin, sodass Athlet:innen ohne angemessene Trainingsstätte dastehen.

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Er stellte dies dem zügigen Bau einer neuen Rodelbahn in Cortina d'Ampezzo für die Olympischen Winterspiele gegenüber. Zwar stiegen die Kosten dort von 42 Millionen auf 118 Millionen Euro, doch Italien lieferte pünktlich. Hackl lobte die entschlossene Haltung der italienischen Regierung und monierte, dass es Deutschland an einer solchen politischen Führung fehle.

Seine Kritik erweiterte er auf eine Reihe verzögerter deutscher Großprojekte, darunter Stuttgart 21, den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und die Carolabrücke in Dresden. Das Land sei gelähmt, selbst bei der Lösung grundlegender Probleme, während Städte wie Innsbruck effizient vorankämen.

Hackl griff auch die aktuelle Regierung unter Friedrich Merz an, ebenso wie die Vorgängerregierungen von Olaf Scholz und Angela Merkel. Ausländische Trainerkolleg:innen hätten mit Unglauben – teils sogar mit Spott – auf Deutschlands Infrastrukturprobleme reagiert, so Hackl.

Bei den jüngsten Olympischen Winterspielen belegte Deutschland mit 26 Medaillen den fünften Platz im Medaillenspiegel. Die neue Bahn in Cortina, trotz ihrer hohen Baukosten und jährlichen Wartungskosten von über eine Million Euro, stehe symbolisch für das, was Hackl als Deutschlands Versagen bei entscheidungsfreudigem Handeln sieht.

Hackls Äußerungen unterstreichen eine wachsende Verärgerung über die Infrastrukturverzögerungen in Deutschland. Während andere Länder bauen und modernisieren, stecken zentrale deutsche Projekte in Planung oder Reparatur fest. Der Kontrast zur italienischen Olympiarodelbahn hat die Kritik an der mangelnden Umsetzungsfähigkeit des Landes weiter verschärft.

Quelle