Frauenfeindlichkeit auf dem Vormarsch: Wie die "Männersphäre" die Gesellschaft vergiftet
Mia KochFrauenfeindlichkeit auf dem Vormarsch: Wie die "Männersphäre" die Gesellschaft vergiftet
Eine wachsende Welle offener Frauenfeindlichkeit breitet sich in sozialen Medien und im öffentlichen Leben aus. Zwar verhalten sich nicht alle Männer so, doch viele behandeln Frauen nach wie vor respektlos – sei es durch herablassendes Verhalten, sexualisierte Kommentare oder direkte Feindseligkeit. Besonders ausgeprägt ist das Problem bei mächtigen Persönlichkeiten und Online-Influencern, die die Einstellungen junger Männer prägen.
In den vergangenen zwei Jahren hat die sogenannte "Männersphäre" (engl. manosphere) an Einfluss gewonnen und verbreitet extreme Ansichten zu Männlichkeit und Geschlechterrollen. Influencer wie Andrew Tate, Fresh & Fit oder Hamza Ahmed sind weiterhin auf Plattformen wie YouTube, Reddit und X (ehemals Twitter) aktiv. Ihre Inhalte propagieren Konzepte wie "Looksmaxxing" (die optimale Selbstdarstellung zur Partnerwahl), Antifeminismus und finanzielle Dominanz über Frauen – und erreichen Millionen durch Podcasts, Kurzvideos und Subreddits wie r/TheRedPill.
Einige in diesen Kreisen gehen noch weiter und behaupten, Frauen dürften gar kein Wahlrecht haben. Gleichzeitig hat die #MeToo-Bewegung, die solche Haltungen einst herausforderte, an Schwung verloren. Viele Männer feiern mittlerweile offen den Niedergang dessen, was sie als "woke-Unsinn" bezeichnen – und nutzen dies als Deckmantel für unverschämten Sexismus.
Das Problem beschränkt sich nicht auf den digitalen Raum. Männer in Machtpositionen müssen für missbräuchliches Verhalten oft keine Konsequenzen fürchten, selbst wenn es allgemein bekannt ist. Immer wieder zeigen Medienberichte Fälle, in denen einflussreiche Persönlichkeiten ihre Stellung ausnutzen – und damit eine Kultur fördern, in der Respektlosigkeit als normal gilt. Die schlimmsten Täter, die Macht horten und Gift verbreiten, bleiben meist unbehelligt.
Der Rückschritt bei der Gleichberechtigung ist sowohl im Netz als auch in der realen Welt sichtbar. Während Influencer junge Männer mit verzerrten Weltbildern radikalisieren, handeln mächtige Persönlichkeiten ohne Furcht vor Konsequenzen. Ohne anhaltenden Widerstand drohen diese Einstellungen noch tiefer in der Mainstream-Kultur verankert zu werden.






