FDA rügt Novo Nordisk wegen irreführender Ozempic-Werbung
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat dem dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk eine offizielle Rüge wegen einer Fernsehwerbung für sein Diabetes-Medikament Ozempic erteilt. Die Behörde wirft dem Spot vor, Verbraucher durch eine Übertreibung der Vorteile und eine Verharmlosung der Risiken des Wirkstoffs in die Irre zu führen. Es ist bereits die zweite Beanstandung gegen das Unternehmen innerhalb eines Monats.
Kritik übt die FDA insbesondere an der Werbekampagne "There's Only One Ozempic", die in diesem Jahr ausgestrahlt wurde. Laut Behörde suggeriert der Spot fälschlicherweise, Ozempic sei anderen Diabetes-Medikamenten überlegen. Zudem wird die Aussage, Ozempic verfüge über die meisten von der FDA zugelassenen Anwendungsgebiete unter den Diabetes-Therapien, als irreführend zurückgewiesen.
Die Aufsichtsbehörde moniert außerdem den Aufbau des Werbespots: Wichtige Sicherheitshinweise würden erst nach dem Abspann und dem Logo des Herstellers eingeblendet – zu einem Zeitpunkt, an dem ihre Wahrnehmung und Wirkung deutlich eingeschränkt seien. Zudem wirft die FDA dem Unternehmen vor, die medizinischen Komplexitäten von Semaglutid, dem Wirkstoff in Ozempic, zu stark zu vereinfachen.
Diese aktuelle Rüge folgt auf eine ähnliche Beanstandung der FDA im Februar, als Novo Nordisk für eine Werbung zu seinem Abnehm-Medikament Wegovy kritisiert worden war. Die jetzige Maßnahme erfolgt in Form eines "Untitled Letter" – einer förmlichen Vorwarnung, die schwerwiegendere Schritte wie einen "Warning Letter" einleiten kann. Novo Nordisk hat nun 15 Werktage Zeit, um Stellung zu nehmen.
Der Schritt der FDA ist Teil einer breiter angelegten Initiative gegen irreführende Arzneimittelwerbung, die auf eine Anordnung des damaligen Präsidenten Donald Trump zurückgeht. Allein im vergangenen Jahr hatte die Behörde 30 Telemedizin-Anbieter wegen täuschender Werbung für zusammengesetzte Abnehmpräparate wie Semaglutid und Tirzepatid abgemahnt. Auch große Pharmaunternehmen wie Eli Lilly, Novo Nordisk und Hims & Hers Health waren im September des Vorjahres von Rügen betroffen.
Novo Nordisk muss nun innerhalb der gesetzten Frist auf die Vorwürfe der FDA reagieren. Der Fall unterstreicht die anhaltende Überprüfung von Werbepraktiken in der Pharmabranche. Sollte das Unternehmen die Bedenken nicht ausräumen, drohen ihm strengere Sanktionen.






