Europas Großstädte kämpfen gemeinsam gegen Airbnb und Co.
Europäische Großstädte verbünden sich für strengere Regeln bei Kurzzeitvermietungen
Führende europäische Metropolen schmieden ein Bündnis, um schärfere Kontrollen für Plattformen wie Airbnb durchzusetzen. Mitglieder des Eurocities-Netzwerks – darunter Amsterdam, Barcelona, München, Paris und Wien – haben über abgestimmte Maßnahmen beraten. Ziel ist es, die wachsenden Auswirkungen solcher Dienste auf den lokalen Wohnungsmarkt und die Steuereinnahmen einzudämmen.
Das Eurocities-Bündnis vereint einige der größten urbanen Zentren Europas. Im Fokus steht nun die Forderung an die Europäische Kommission, einheitliche EU-weite Vorschriften zu schaffen. Diese sollen nicht nur Unterkünfte, sondern die gesamte Sharing Economy regeln.
Die aktuellen Bestimmungen gelten weithin als veraltet. Ein Flickenteppich lokaler Gesetze ist entstanden, der mit dem rasanten Wandel des digitalen Marktes kaum Schritt hält. Branchenexperten räumen ein, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen so schnell ändern, dass viele Akteure kaum noch folgen können.
Kritik an Plattformen wie Airbnb wird immer lauter. Allein in Österreich vermittelte das Unternehmen 2019 über eine Million Gästeübernachtungen. Gegner argumentieren, solche Dienste minderten Steuereinnahmen und verschärften die Wohnungsnot in den Innenstädten. Wien erlebte bereits einen Eklat, als die Zusammenlegung von Taxi- und Fahrdienstleistungen eine Verfassungsbeschwerde auslöste.
Der Europäische Ausschuss der Regionen bereitet nun ein Positionspapier zu den Plattformen vor. Dieses Dokument soll der Europäischen Kommission als Entscheidungsgrundlage dienen.
Die Städte fordern klarere und strengere Regulierungen für digitale Plattformen. Die geplanten EU-weiten Regeln zielen darauf ab, die Aufsicht zu vereinheitlichen und wirtschaftliche sowie soziale Folgen zu adressieren. Das Ergebnis könnte die Art und Weise, wie Kurzzeitvermietungen und ähnliche Dienste in Europa funktionieren, grundlegend verändern.
