EU und Indien besiegeln historische Abkommen für Handel und Fachkräfte-Mobilität
Mia KochEU und Indien besiegeln historische Abkommen für Handel und Fachkräfte-Mobilität
Die EU und Indien haben zwei bedeutende Abkommen finalisiert, die den Handel mit Europa ausbauen und die Mobilität von Studierenden und Fachkräften erleichtern sollen. Die Vereinbarungen sehen Zollsenkungen, vereinfachte Visabestimmungen und die Schaffung eines gemeinsamen Talentpools zwischen beiden Regionen vor. Besonders die deutsche Industrie – allen voran die Automobilhersteller – wird von den neuen Regelungen stark profitieren.
Das Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der EU und Indien wird über 90 Prozent der Zölle auf Waren abschaffen und könnte so die jährlichen EU-Exporte nach Indien verdoppeln. Die deutsche Autoindustrie, eine der treibenden Kräfte hinter dem Abkommen, wird von der Streichung der Zölle auf Fahrzeuge und Komponenten besonders begünstigt. In Bayern, wo viele Automobilunternehmen ansässig sind, stößt dies auf große Zustimmung.
Das zweite Abkommen, der Umfassende Rahmen für Mobilitätszusammenarbeit, zielt auf die Hindernisse ab, mit denen indische Studierende und Arbeitskräfte in der EU konfrontiert sind. Es hebt die Obergrenze für indische Studierende auf, ermöglicht die Freizügigkeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten und verlängert Arbeitserlaubnisse nach dem Studium. Zudem werden Visumverfahren für Studierende und Forscher beschleunigt, unterstützt durch ein neues EU-Rechtsberatungsbüro in Neu-Delhi. Darüber hinaus sollen indische und europäische Abschlüsse stärker aufeinander abgestimmt werden, um die berufliche Anerkennung zu erleichtern.
Die Vereinbarungen kommen zu einer Zeit, in der sich immer mehr indische Studierende aufgrund unberechenbarer Visapolitik der USA nach Europa orientieren. Gemeinsam schaffen das Freihandelsabkommen und das Mobilitätsabkommen einen Markt mit zwei Milliarden Menschen und fast einem Viertel der globalen Wirtschaftsleistung. Beide müssen jedoch noch von den Parlamenten der EU und Indiens ratifiziert werden, bevor sie in Kraft treten.
Sobald umgesetzt, werden die Abkommen neue Chancen für Handel und Bildung zwischen der EU und Indien eröffnen. Der Wegfall von Zöllen und Visabeschränkungen soll die wirtschaftlichen Beziehungen stärken und mehr indische Studierende und Fachkräfte dazu bewegen, sich für Europa zu entscheiden. Der letzte Schritt hängt nun von der parlamentarischen Zustimmung auf beiden Seiten ab.