09 June 2026, 10:02

EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz löst Kritik aus: "Bürokratie-Flutwelle" droht

Chefin der Mittelstandsunion Connemann: EU-Verordnung zur Gehaltstransparenz bringt 'absurde Bürokratie' für Unternehmen

EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz löst Kritik aus: "Bürokratie-Flutwelle" droht

Die geplante EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz stößt bei deutschen Politikern und Wirtschaftsverbänden auf scharfe Kritik. Die CDU-Politikerin Gitta Connemann bezeichnete sie als „Musterbeispiel europäischer Überregulierung“ und warnte vor übermäßigem bürokratischem Aufwand für Unternehmen jeder Größe. Die neuen Vorschriften brächten ihrer Meinung nach kaum Nutzen, belasteten die Betriebe aber mit zusätzlicher Verwaltungsarbeit.

Laut dem Richtlinienentwurf müssten Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Gehaltsberichte vorlegen. Selbst kleinere Betriebe – etwa eine Bäckerei mit acht Mitarbeitern – wären verpflichtet, bei Lohnvergleichen auch Sachleistungen wie Dienstfahrräder, Reisekostenzuschüsse oder Boni zu erfassen. Connemann sprach von einer drohenden „Flutwelle an Bürokratie“, die die Firmen mit endlosen Formularen überziehen werde.

Deutschland verfüge bereits über wirksame Gesetze zur Entgeltgleichheit, weshalb die Richtlinie aus ihrer Sicht überflüssig sei. Mit Verweis auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit forderte sie die Politik auf, sich stattdessen auf Wachstumsimpulse statt auf neue Regularien zu konzentrieren. Besonders kleine und mittlere Unternehmen hätten zudem mit individuellen Gehaltsanfragen zu kämpfen, was ihre Arbeitsbelastung weiter erhöhe.

Connemann wies die Richtlinie als „inhaltlich substanzlos“ zurück, während sie unnötige Hürden schaffe. Europas eigentliche Herausforderung liege darin, Bürokratie abzubauen – und nicht auszuweiten.

Die Vorschrift würde Unternehmen verpflichten, detaillierte Daten zu Vergütungen – inklusive nicht-monetärer Leistungen – zu erfassen und offenzulegen. Kritiker monieren, sie dopple bestehende Gesetze und treibe die Kosten für Arbeitgeber in die Höhe. Sollte die Richtlinie wie geplant umgesetzt werden, könnte sie die Gehaltsberichterstattung in der gesamten EU grundlegend verändern – allerdings um einen hohen bürokratischen Preis.

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