Elterngeld-Kürzungen: Warum Familien jetzt um ihre Unterstützung bangen
Leon SchröderElterngeld-Kürzungen: Warum Familien jetzt um ihre Unterstützung bangen
Elterngeld in Deutschland: Drohen massive Kürzungen bei Familienleistungen
Die deutschen Leistungen für Elternzeit könnten vor erheblichen Kürzungen stehen, da die Regierung ihre Ausgaben reduzieren will. Gerüchten zufolge plant Familienministerin Karin Prien (CDU), rund 350 Millionen Euro aus dem Programm zu streichen – ein Vorhaben, das auf breite Kritik stößt. Die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey (SPD) warnte, solche Einschnitte könnten die ohnehin historisch niedrige Geburtenrate des Landes weiter verschärfen – sie liegt derzeit auf dem tiefsten Stand seit 1946.
Giffey betonte, das Elterngeld erfülle zwei zentrale Aufgaben: Es entlaste Familien finanziell und diene zugleich als arbeitsmarktpolitisches Instrument, um berufliche Auszeiten zu verkürzen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Sie setzte sich für Reformen ein, die eine gerechtere Aufteilung der Elternzeit zwischen den Partnern fördern. Aktuell beziehen noch immer 74 Prozent der Leistungen Frauen.
Britta Altenkamp, Vorsitzende des Zukunftsforums Familie (ZFF), bezeichnete die geplanten Kürzungen als ein „verheerendes Signal“ für Familien. Sie forderte stattdessen stärkere Anreize für eine gleichberechtigte Care-Arbeit, etwa durch höhere Mindestzahlungen und ausgeweitete Partnerschaftsmonate. Auch Wolfgang Kubicki, designierter Vorsitzender der FDP, übt scharfe Kritik an den geplanten Streichungen.
Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund der niedrigsten Geburtenrate in Deutschland seit über 75 Jahren. Kritiker befürchten, dass eine Verringerung der finanziellen Unterstützung Eltern zusätzlich davon abhalten könnte, Kinder zu bekommen.
Die Bundesregierung hat das genaue Ausmaß der Kürzungen noch nicht bestätigt. Sollten die Pläne umgesetzt werden, stünde Eltern künftig weniger finanzielle Unterstützung zur Verfügung – und das in einer Phase, in der die Geburtenzahlen bereits rückläufig sind. Gegner der Maßnahmen argumentieren, solche Schritte könnten bestehende Ungleichheiten bei der Care-Arbeit vertiefen und die langfristige Familienpolitik untergraben.






