E-Auto-Ladesysteme bleiben störanfällig – Studie zeigt gravierende Mängel bei allen Herstellern
Leon SchröderE-Auto-Ladesysteme bleiben störanfällig – Studie zeigt gravierende Mängel bei allen Herstellern
Ladesysteme für Elektroautos leiden weiterhin unter schweren Zuverlässigkeitsproblemen, wie aus der aktuellen Studie der Forschungsgruppe EcoG hervorgeht. Der zweite Ladezuverlässigkeitsindex (engl. Charging Reliability Index, CRI) des Instituts zeigt, dass trotz einiger Fortschritte seit dem ersten Bericht weiterhin erhebliche Mängel bestehen. Zehn bordseitige Lademanagementsysteme wurden getestet – keines erfüllte die Kundenerwartungen an einen reibungslosen, fehlerfreien Betrieb vollständig.
Die Untersuchung umfasste Fahrzeuge führender Hersteller, darunter die Plattformen BMW UKL2, Ford GE1, Geely SEA, Hyundai E-GMP, Lucid Air, Mercedes MFA2, SAIC LWB, Stellantis CMP, Tesla Model 3/Y sowie Volkswagen MEB. Die Bewertungen reichten von 76 von 100 Punkten als Höchstwert bis hinab zu 39 Punkten – ein deutlicher Beleg für die großen Leistungsunterschiede. Die schwächsten Systeme hatten vor allem mit grundlegenden Ladevorgängen und umfassenderen Softwarefehlern zu kämpfen.
Ein häufiger Kritikpunkt waren wiederkehrende Unterbrechungen während des Ladevorgangs, die zu einer tiefen Entladung der Batterie und langfristigen Schäden führen konnten. Ein weiteres verbreitetes Problem betraf die 12-Volt-Starterbatterie: Bei zu niedriger Spannung fiel mitunter das gesamte Ladesystem aus.
Auch Autorisierungszeitüberschreitungen sorgten für unnötige Störungen. Zu strenge oder schlecht konfigurierte Timeout-Protokolle brachen Ladevorgänge oft vorzeitig ab. Positiv hervorzuheben ist hingegen die verbesserte Systemsicherheit: Es gab keine Berichte über Personenschäden durch Ladevorfälle – wenn auch kleinere technische Störungen an den Säulen nach wie vor auftraten.
Die Herangehensweise an Cybersicherheit unterschied sich zwischen den Herstellern deutlich: Während westliche Marken auf verschlüsselte Datenübertragung setzten, zeigten einige chinesische Automobilhersteller ein geringeres Risikobewusstsein. Die Studie führt die bescheidenen Fortschritte bei Stabilität und Signalqualität seit der letzten Erhebung auf praktische Felddaten und Nutzerfeedback zurück.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Zuverlässigkeit von E-Auto-Ladesystemen weiterhin vor großen Herausforderungen steht – selbst die besten Systeme bieten noch kein nahtloses Erlebnis. Zwar gab es schrittweise Verbesserungen bei Sicherheit und Stabilität, doch Probleme wie Ladeabbrüche, Batterieausfälle und Sicherheitslücken in der IT bleiben ungelöst. Die Hersteller müssen diese Schwachstellen dringend beheben, um den wachsenden Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden.






