30 January 2026, 18:21

Dynamische Strompreise entlasten Netze – Pilotprojekt zeigt überraschende Erfolge

Eine Ladestation für Elektrofahrzeuge auf einem Parkplatz, umgeben von verschiedenen Geräten, Schildern, Pflanzen und einer Brücke im Hintergrund bei bewölktem Himmel.

Dynamische Strompreise entlasten Netze – Pilotprojekt zeigt überraschende Erfolge

Das Pilotprojekt Grids & Benefits hat gezeigt, wie dynamische Netzentgelte Stromnetze entlasten und effizienter machen können. Über 11.000 Kunden nahmen teil und testeten ein dynamisches Preismodell, das Netzengpässe verringern und Mitarbeiterangebote senken sollte. Die Studie konzentrierte sich auf das Laden von Elektrofahrzeugen und lief fast ein Jahr lang. Im ersten Testabschnitt nahmen 10.600 Kunden des Energieanbieters Maingau Energie an öffentlichen Ladestationen teil. Eine App namens Autostrom informierte die Nutzer über günstigere Zeitfenster – mit Erfolg: 10 Prozent der Ladevorgänge verlagerten sich in Phasen mit niedrigeren Preisen, sobald diese um mindestens 20 Cent pro Kilowattstunde sanken. Der zweite Versuch umfasste 500 Privatkunden von The Mobility House und Octopus Energy, die zu Hause luden. Hier fielen die Ergebnisse noch deutlicher aus: Über 70 Prozent der Ladevorgänge und 20 Prozent des gesamten Stromverbrauchs wurden in netzfreundlichere Zeiten verschoben. Im Schnitt sanken die Netzentgelte um 2 Prozent, mit Spitzenersparnissen von bis zu 9 Cent pro Kilowattstunde. Das Pilotprojekt bewies, dass flexible Tarife Engpässe reduzieren und Kosten sparen können. Für eine flächendeckende Einführung müsste die im Versuch erprobte Prozesskette jedoch an bestehende Marktsysteme angebunden werden. Dadurch könnten Netzbetreiber die Entgelte automatisch an Echtzeit-Nachfrage und Staukosten anpassen. Grids & Benefits zeigte: Dynamische Netzentgelte fördern einen intelligenteren Energieverbrauch. Durch die Verschiebung von Ladezeiten sparten die Teilnehmer Geld und entlasteten das Stromnetz. Der nächste Schritt ist die Integration des Systems in die nationale Infrastruktur, um es breiter zugänglich zu machen.