08 February 2026, 04:03

Drei illegale Häuser spalten Wolfratshausens Stadtrat – Entscheidung steht bevor

Ein abgerissenes Gebäude mit Graffiti, umgeben von Schutt einschließlich Ziegelsteinen und Holzstücken, mit Bäumen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Drei illegale Häuser spalten Wolfratshausens Stadtrat – Entscheidung steht bevor

Ein Streit um drei Häuser in Wolfratshausen spaltet den örtlichen Stadtrat. Der Fall, der rechtliche Bedenken und Wohnungsbaupolitik betrifft, erreichte nach einer hitzigen Debatte einen Wendepunkt. Eine endgültige Entscheidung soll nun in der nächsten Stadtratssitzung am 24. Februar fallen.

Die Stadt, bekannt durch ihre Rolle in der Fernsehserie Hubert und/ohne Staller, stand bereits früher vor ähnlichen Problemen – besonders prominent bei den umstrittenen Bauten am Isarspitz.

Der Grundstückseigentümer hatte die drei Häuser ohne die erforderliche Genehmigung errichtet. Trotz mehrfacher Anträge verweigerte die Stadt die kommunale Zustimmung. Nun berufen sich die Eigentümer auf das sogenannte "Bauturbo"-Gesetz, das Abweichungen von den üblichen Planungsvorschriften ermöglicht, um neuen Wohnraum zu schaffen.

In der jüngsten Ratssitzung betonte Richard Kugler von der Wolfratshausener Liste, dass die Kommune sich an Landes- und Bundesrecht halten müsse. Gleichzeitig schlugen die Grünen vor, die Häuser im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags zu belassen – inklusive Nutzungsrechten und Mietpreisbremse. Doch der Stadtbeamte Sebastian Sens hinterfragte die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens und verwies auf die Weigerung des Eigentümers, einen solchen Vertrag zu unterzeichnen.

Stadtrat Eibl brachte eine Alternative ins Spiel: die illegalen Häuser abzureißen und anschließend neue Bauanträge zu stellen. Der Planungsausschuss hatte bereits den Antrag des Eigentümers auf eine "Rekonstruktion" der Häuser abgelehnt, sodass die endgültige Entscheidung nun beim gesamten Stadtrat in diesem Monat liegt.

Am 24. Februar wird der Stadtrat über das Schicksal der Häuser abstimmen. Wird der Vorschlag der Grünen angenommen, könnte dies einen Präzedenzfall für den Umgang mit illegalen Bauten in der Region schaffen. Bei einer Ablehnung drohen dem Eigentümer Abriss oder weitere juristische Auseinandersetzungen. Wolfratshausens Haltung in dieser Angelegenheit könnte zudem die Diskussionen zur Wohnungsbaupolitik im gesamten Münchner Umland beeinflussen.