Dobrindt lehnt Warnungen vor AfD-Machtgriff als "abwegig" ab
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Warnungen vor einem möglichen Machtgriff der rechtspopulistischen AfD nach den jüngsten Landtagswahlen in Ostdeutschland zurückgewiesen. Er stellte die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen gegen ein unwahrscheinliches Szenario infrage, in dem die Partei Zugang zu sensiblen Sicherheitsinformationen erhält.
Kritiker, darunter Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), hatten Bedenken geäußert, die AfD plane im Falle eines Wahlsiegs die Absetzung von Staatsbediensteten. Dobrindt bezeichnete solche Ängste jedoch als übertrieben und unnötig.
Auslöser der Debatte war eine Ankündigung von Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, der im Falle eines Wahlsiegs 150 bis 200 Stellen in der Landesverwaltung ersetzen wolle. Maier warnte daraufhin vor einem möglichen „Putschversuch“, sollte die AfD an die Regierung kommen.
Dobrindt wies diese Sorgen zurück und argumentierte, Vorbereitungen auf eine Alleinregierung der AfD seien unnötig. Auch lehnte er Forderungen ab, der Partei den Zugang zu Sicherheitsinformationen zu verwehren, falls sie in einem Bundesland Regierungsverantwortung übernehme.
Zwar räumte der Minister Desinformations- und Einflusskampagnen aus dem Ausland in sozialen Medien ein, betonte jedoch, es gebe keine Hinweise auf ernsthafte Einmischungsversuche bei den anstehenden Wahlen. Wichtiger sei es, mit politischem Handeln solchen Bedrohungen zu begegnen, statt über worst-case-Szenarien zu spekulieren.
Die Diskussionen über einen Machtgriff der AfD bezeichnete Dobrindt als „abwegig“ und kontraproduktiv. Es gebe keine Anzeichen für eine verstärkte ausländische Einflussnahme im Vorfeld der Wahl.
Dobrindts Äußerungen relativieren die Befürchtungen vor einer Machtübernahme der AfD in Ostdeutschland. Seine Haltung steht im Kontrast zu Warnungen anderer Politiker, die Partei strebe eine Umgestaltung staatlicher Institutionen an.
Der Streit zeigt die Spannungen auf, wie mit dem wachsenden Einfluss der AfD in der Regionalpolitik umgegangen werden soll. Bisher wurden keine konkreten Maßnahmen beschlossen, um der Partei den Zugang zu Regierungsämtern zu beschränken.






