Deutschlands Fernmeldetürme kämpfen ums Überleben – nur vier bleiben offen

Admin User
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Eine Architekturterrasse mit vielen Gebäuden im Hintergrund.

Deutschlands Fernmeldetürme kämpfen ums Überleben – nur vier bleiben offen

Deutschlands ikonische Fernmeldetürme – einst beliebte Besuchermagnete – stehen vor einer ungewissen Zukunft. Viele wurden bereits geschlossen oder drohen wegen steigender Kosten und verschärfter Sicherheitsvorschriften stillgelegt zu werden. Nur noch vier dieser Bauwerke sind bundesweit für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der "Ginnheimer Spargel“ in Frankfurt, ein 338 Meter hohes Wahrzeichen mit einer Geschichte als DrehRestaurant und Nachtclub, gehört zu jenen Türmen, die voraussichtlich nicht wiedereröffnet werden. Gleichzeitig laufen in Hamburg und Dresden mit staatlicher Unterstützung Bemühungen, andere Fernsehtürme zu reaktivieren.

Der "Ginnheimer Spargel“ wurde 1979 nach Plänen des Architekten Johannes Möhrle – unter Mitwirkung von Peter Metzger und Erwin Heinle – fertiggestellt. Jahrzehntelang zog er Besucher mit seiner Aussichtsplattform, dem Restaurant und dem Nachtclub an, bis diese Einrichtungen 1999 geschlossen wurden. Eine Machbarkeitsstudie bezifferte die Sanierungskosten später auf 50 Millionen Euro, wobei die Bundesregierung die Hälfte übernehmen wollte – vorausgesetzt, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt teilen sich die restliche Summe.

Doch Streitigkeiten über die Finanzierung blockieren das Projekt. Die DFMG, die den Turm im Auftrag der Deutsche Telekom verwaltet, geht mittlerweile von einer dauerhaften Schließung aus. Die Zusage der Bundesförderung läuft Ende 2025 aus, was wenig Spielraum für eine Lösung lässt.

In ganz Deutschland erfordern strengere Sicherheitsauflagen aufwendige Modernisierungen wie zusätzliche Aufzüge und zeitgemäße Notfallsysteme. Für viele Türme sind diese Kosten nicht mehr tragbar – zumal ihre ursprünglichen Einnahmen aus der Ausstrahlung von Funksignalen weggebrochen sind. Die meisten Übertragungen laufen heute über Glasfaserkabel oder Satelliten, sodass die Türme kaum noch zahlende Mieter finden.

Nur vier Fernsehtürme – der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Fernsehturm auf dem Frauenkopf – empfangen noch Gäste. Der Mannheimer Wasserturm wird zum 31. Dezember 2025 aus finanziellen Gründen geschlossen, da die Erfüllung der Sicherheitsstandards nicht mehr leistbar ist. Dagegen sollen die Türme in Hamburg und Dresden bald wieder öffnen, nachdem der Bund sich bereit erklärt hat, die Hälfte der Sanierungskosten im Rahmen eines gemeinsamen Finanzierungsmodells zu tragen.

Die DFMG, die viele dieser Bauwerke betreut, hat unter dem Namen GD Towers Investoren ins Boot geholt, um die finanzielle Last zu verringern. Ohne Einigungen zwischen Kommunen und Ländern könnten einige Wahrzeichen jedoch für immer geschlossen bleiben.

Die Zukunft der deutschen Fernmeldetürme hängt von Finanzierung und Zusammenarbeit der Behörden ab. Während Hamburg und Dresden mit Bundeshilfe vorankommen, scheint eine Wiedereröffnung des "Ginnheimer Spargels“ in Frankfurt unwahrscheinlich. Ohne neue Einnahmequellen oder Kostenteilungsmodelle könnten weitere Schließungen folgen – getrieben durch steigende Sicherheitsanforderungen und wirtschaftliche Zwänge.

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