Brandenburgs Cannabis-Bilanz: Legalisierung stärkt Schwarzmarkt und Verkehrsrisiken
Lotta SchneiderBrandenburgs Cannabis-Bilanz: Legalisierung stärkt Schwarzmarkt und Verkehrsrisiken
Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland zieht Brandenburg eine gemischte Bilanz. Zwar gibt es im Land mittlerweile 21 legal arbeitende Anbauvereine, doch der Schwarzmarkt bleibt laut Behörden stark. Gleichzeitig steigt die Zahl der cannabisbedingten Verkehrsvorfälle – Grund genug für Forderungen nach schärferen Regelungen.
Das Gesetz, das nicht-kommerzielle Cannabis-Anbauvereine erlaubt, trat am 1. Juli 2024 in Kraft. Diese Vereine, auf maximal 500 Mitglieder begrenzt, dürfen Cannabis ausschließlich für ihre registrierten Nutzer anbauen und verteilen. In Brandenburg wurden bisher 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge werden noch geprüft.
Die Teillegalisierung selbst begann bereits am 1. April 2024 und erlaubte Erwachsenen unter bestimmten Bedingungen den Besitz und Konsum von Cannabis. Doch Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) räumt nun ein, dass die Reform den Schwarzmarkt nicht schwächen konnte. Die Nachfrage ist gestiegen, doch das legale Angebot – durch Eigenanbau und Vereine – kommt kaum hinterher. Illegale Händler florieren weiterhin und erweitern ihr Sortiment sogar auf härtere Drogen, wie das Ministerium mitteilt.
Auch die Verkehrssicherheit gibt Anlass zur Sorge. Ende August 2024 wurde ein gesetzlicher THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum eingeführt. Wer diesen überschreitet, muss mit 500 Euro Bußgeld und einem einmonatigen Fahrverbot rechnen. Dennoch nahmen die Vorfälle zu: Die Zahl der Verdachtsfälle auf Fahren unter Cannabis-Einfluss stieg 2025 um 31,5 Prozent – von 1.313 auf 1.727. Auch die Unfallzahlen mit Cannabis-Beteiligung erhöhten sich leicht, von 115 im Jahr 2024 auf 119 im Jahr 2025.
Als Reaktion beschloss die brandenburgische CDU im Februar, die Teillegalisierung rückgängig zu machen und das Gesetz komplett abzuschaffen.
Die Erfahrungen des Landes zeigen: Trotz Legalisierung bleiben die Herausforderungen bestehen. Zwar arbeiten die Anbauvereine legal, doch der illegale Markt dominiert weiterhin das Angebot. Gleichzeitig konnten verschärfte Verkehrsregeln den Anstieg cannabisbedingter Verstöße nicht verhindern. Die Behörden stehen nun unter Druck, die Zukunft der Regelungen neu zu bewerten.






