13 June 2026, 00:05

Berlins Kulturschaffende kämpfen mit Aktionswoche um politische Unterstützung vor der Wahl

Welche Richtung für die Kultur?

Berlins Kulturschaffende kämpfen mit Aktionswoche um politische Unterstützung vor der Wahl

Berlins Kulturszene startet gemeinsame Initiative zur Beeinflussung der anstehenden Wahl

Die Kampagne „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche ins Leben gerufen, um die Förderung der Künste ins Zentrum der politischen Debatte zu rücken. Unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur wendet sich die Initiative an die Wählerinnen und Wähler vor der Abstimmung am 20. September.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung trafen prominente Vertreter aus Politik und Kultur aufeinander. Katharina Marg, Bezirksverordnete der Linken, zeigte sich gemeinsam mit den Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg solidarisiert. Die Zusammenkunft unterstrich die weitverbreitete Sorge über jüngste Kürzungsentscheidungen im Kulturbereich.

Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte die Sparmaßnahmen als kurzsichtig. In einer persönlichen Anekdote erzählte er, wie er mit 14 Jahren in Paderborn das Theater für sich entdeckte – ein prägender Moment in seinem Leben. Reese warnte zudem vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße, einem für viele Künstlerinnen und Künstler unverzichtbaren Ort.

Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, griff zu einem drastischen Vergleich: Sie beschrieb den Kampf der Theater als jenes Schicksal des Ikarus, der der Sonne zu nah kam und nun abstürzen droht. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, schlug Alarm wegen steigender Mieten, die das Überleben des Hauses gefährden könnten.

Die Kampagne bietet Wählerinnen und Wählern auch praktische Hilfsmittel. Kultureinrichtungen haben „Wahl-Lackmustests“ entwickelt, um die kulturpolitischen Zusagen der Kandidatinnen und Kandidaten zu prüfen. Ein Beispiel ist die Initiative „Kunst- und Kulturbildung stärken!“. Die „Berliner Erklärung“ formuliert klare Forderungen: mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur sowie stabile, langfristige Finanzierungsmodelle.

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Ziel der Initiative ist es, Kultur zu einem entscheidenden Wahlkampfthema zu machen. Mit ihren Vorschlägen und öffentlichem Druck will sie bessere finanzielle Unterstützung für Berlins Kunst- und Kultureinrichtungen durchsetzen. Ob dies gelingt, hängt davon ab, ob Wählerinnen, Wähler und Politiker den Aufruf zum Wandel aufgreifen.

Quelle