06 February 2026, 08:03

Bayerns Wirtschaft will Urlaubstage streichen – Gewerkschaften protestieren heftig

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, das den Text "Trickle-Down Economics Doesn't Work" zeigt und einen Zitat von Präsident Biden enthält.

Arbeitgeber starten neue Offensive für Überstunden - Bayerns Wirtschaft will Urlaubstage streichen – Gewerkschaften protestieren heftig

FC Bayern München schlägt neue Ideen zur Stärkung der Wirtschaft vor

Unternehmerverbände in Bayern haben neue Vorschläge vorgelegt, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Eine der Ideen sieht vor, dass Arbeitnehmer auf einen Urlaubstag verzichten oder ihre Wochenarbeitszeit um eine Stunde verlängern. Die Pläne stoßen bei Gewerkschaften und Politikern auf kontroverse Diskussionen.

Die Initiativen folgen auf einen gescheiterten Versuch, einen gesetzlichen Feiertag abzuschaffen. Nun suchen Arbeitgeber nach alternativen Wegen, um die Produktivität zu steigern – ohne auf massiven Widerstand zu stoßen.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), geleitet von Geschäftsführer Bertram Brossardt, hatte zunächst gefordert, einen gesetzlichen Feiertag zu streichen. Nach der Ablehnung dieses Vorhabens brachte sie nun andere Optionen ins Spiel: Entweder könnte der Jahresurlaub um einen Tag gekürzt oder die Wochenarbeitszeit um eine Stunde ausgedehnt werden.

Brossardt spricht sich zudem für flexible Teilzeitmodelle für Beschäftigte mit Pflegeverantwortung aus. Eine automatische Anspruch auf Teilzeit lehnt er jedoch ab. Sein jüngstes Argument: Drei Feiertage fallen in diesem Jahr auf ein Wochenende – würde diese Zeit anders ausgeglichen, könnte das seiner Meinung nach das Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozent steigern.

Markus Söder, Vorsitzender der CSU, unterstützt den Vorschlag, die Wochenarbeitszeit um eine Stunde zu verlängern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern hingegen fordert, dass Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, auf den nächsten Werktag verlegt werden. Die Gewerkschafter betonen, dass Arbeitnehmer nicht auf ihre Erholungszeit verzichten sollten.

Der Bayerische Unternehmensverband Metall und Elektro (vbm) macht deutlich, dass Änderungen bei Arbeitszeiten oder Urlaubsansprüchen nur mit Zustimmung der Gewerkschaften umsetzbar wären. Diese haben bereits Widerstand gegen Vertragsanpassungen ohne ausreichende Verhandlungen signalisiert – was eine schnelle Umsetzung der Pläne erschwert.

Die Debatte über Arbeitszeiten und Feiertage in Bayern dauert an. Während Arbeitgeber in flexibleren Regelungen ein Mittel zur Steigerung der Wirtschaftsleistung sehen, pochen Gewerkschaften auf faire Bedingungen für Beschäftigte. Eine endgültige Entscheidung wird von den anstehenden Verhandlungen zwischen beiden Seiten abhängen. Das Ergebnis könnte Auswirkungen darauf haben, wie künftig Feiertage und Urlaubsregelungen in der gesamten Region gehandhabt werden.