11 February 2026, 08:03

Bayerns Windkraft-Ausbau stockt: Nur ein einziges Windrad 2025 fertiggestellt

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Transparente und protestiert gegen die Klimaveränderung vor einem Gebäude in Deutschland, mit einer Person, die eine Kamera auf der linken Seite hält, Bäumen, Pfählen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Bayerns Windkraft-Ausbau stockt: Nur ein einziges Windrad 2025 fertiggestellt

Vor dem Münchner Spielzeugmuseum steht seit September 2023 eine leuchtend blaue Säule – installiert von Greenpeace als Mahnmal für Bayerns stockende Windenergie-Entwicklung. Sie zeigt an, wie viele Windräder im Freistaat gebaut und genehmigt wurden. Die Botschaft ist eindeutig: Bayern hinkt seinen eigenen Klimazielen weit hinterher.

Aktuell weist der Zähler für das Jahr 2025 gerade einmal ein fertiggestelltes Windrad aus, sechs weitere sind genehmigt. Dies folgt auf ein enttäuschendes Jahr 2024, in dem nur 17 Anlagen in Betrieb gingen – ein Bruchteil dessen, was für die Ausbauziele nötig wäre. Um bis 2040 klimaneutral zu werden, müsste Bayern jährlich 104 Windräder errichten. Davon ist der Freistaat jedoch noch weit entfernt.

Andere Bundesländer sind deutlich schneller: Allein Nordrhein-Westfalen schaltete 2025 insgesamt 262 Windräder ans Netz. Bayerns Installationsdichte liegt mit nur 39 kW/km² auf dem letzten Platz der Flächenländer – sechsmal niedriger als in dichter besiedelten Regionen. Obwohl gesetzlich vorgeschrieben ist, bis 2027 1,1 Prozent der Planungsflächen für Windenergie auszuweisen, kommt der Prozess kaum voran.

Greenpeace bezeichnet die Säule als "Weckruf" für mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren. Zwar gebe es erste Anzeichen für Fortschritte, doch das Tempo bleibe viel zu langsam. Die Genehmigung für die Installation läuft zwar nur bis Ende März, doch ihr symbolischer Druck auf die Staatsregierung könnte nachwirken.

Bayerns Windkraftausbau bleibt damit deutlich hinter den Erfordernissen zurück. Die blaue Säule in München dient als öffentlicher Zähler verpasster Chancen – und zeigt, wie viel schneller der Freistaat handeln muss, um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu verringern und seine Klimaziele doch noch zu erreichen.