07 May 2026, 12:03

Bayerns gescheitertes Milliardenspiel: Warum 142 Millionen Euro Fördergelder für Wasserstoff ungenutzt blieben

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung der US-Bundesstaaten nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bayerns gescheitertes Milliardenspiel: Warum 142 Millionen Euro Fördergelder für Wasserstoff ungenutzt blieben

Bayerns Energieforschungsprogramm verteilte bis Ende 2025 fast 142 Millionen Euro an Fördergeldern – doch mehr als die Hälfte der Mittel blieb ungenutzt. Schwache Nachfrage und ins Stocken geratene Projekte ließen zentrale Vorhaben unterfinanziert. Kritiker stellen nun infrage, ob die Investitionen sinnvoll eingesetzt wurden.

Besonders eklatant war die Unterauslastung bei den Zuschüssen für Wasserstofftankstellen. Zwischen 2018 und 2025 wurden von den veranschlagten 61 Millionen Euro nur 16,3 Millionen ausgezahlt. Empfänger gaben sogar 9 Millionen Euro zurück, nachdem geplante Projekte nicht realisiert wurden.

Offiziell lief das Programm aus, ohne dass das ursprüngliche Ziel von 100 Tankstellen erreicht wurde – fertiggestellt wurden lediglich 20. Auch bei der Förderung von Elektrolyseuranlagen hinkte die Umsetzung hinterher: Von den für 2024–2025 vorgesehenen 120 Millionen Euro flossen bisher nur 4,1 Millionen.

Trotz dieser Rückschläge treibt die Bundesregierung den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran. Dieses soll vor allem industrielle Abnehmer versorgen, nicht private Verbraucher. Energieexperten zweifeln jedoch daran, dass Wasserstoff für Heizungen oder den Verkehr wirtschaftlich sinnvoll wird – zu hoch seien die Kosten. Deutschland bliebe zudem, ähnlich wie heute bei Erdgas, auf Importe angewiesen.

Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor, Steuergelder verschwendet zu haben. Die Mittel seien in Projekte mit geringem praktischen Nutzen geflossen, so die Kritik.

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Die Bilanz des Programms offenbart eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Mit largely ungenutzten Wasserstoff-Fördergeldern und verfehlten Zielen steht Bayern nun vor der Frage, wie es seine Energiestrategie künftig ausrichten soll. Der bundesweite Fokus auf industriellen Wasserstoffeinsatz bleibt dabei unabhängig von den stockenden verbrauchernahen Projekten.

Quelle