Bayerns Feldgeschworene feiern 600 Jahre Tradition und Geheimnisse
Bayerns Feldgeschworene feiern historischen Meilenstein
Die Tradition der Feldgeschworenen in Bayern hat ein historisches Jubiläum erreicht: Im Langenzennner Ortsteil Horbach wurde kürzlich das 600-jährige Bestehen dieser einzigartigen Hüter der Grundstücksgrenzen gewürdigt. Ihre Aufgabe, die bis ins Jahr 1426 zurückreicht, ist heute genauso bedeutend wie vor Jahrhunderten.
Die Feldgeschworenen sind die ältesten kommunalen Ehrenamtlichen Bayerns und werden auf Lebenszeit berufen. Rund 25.000 von ihnen sind in der Region im Einsatz, viele davon in Franken. Zu ihren Pflichten gehören der Schutz von Grenzsteinen und die Unterstützung der Vermessungsbehörden.
Anlässlich des Jubiläums wurde in Langenzenn ein Granitdenkmal enthüllt. Die Feierlichkeiten hoben eine Tradition hervor, die 2006 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. War das Amt einst ausschließlich Männern vorbehalten, sind heute auch Frauen darunter.
Die Feldgeschworenen verwenden geheime Symbole, die nur ihnen bekannt sind, um Grenzsteine zu kennzeichnen. Diese Praxis sichert die Kontinuität und Genauigkeit der Grundbuchaufzeichnungen. Ihre Arbeit bleibt ein Grundpfeiler der lokalen Verwaltung.
Das 600-jährige Jubiläum unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Feldgeschworenen. Durch ihre lebenslange Berufung und ihr Fachwissen tragen sie maßgeblich dazu bei, klare Grundstücksgrenzen zu bewahren. Die Tradition entwickelt sich weiter – und öffnet sich zunehmend auch für Frauen.






