22 January 2026, 22:06

Bayern sucht unumstrittene Namenspaten für Straßen und Schulen

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Karte von Bayern, auf der Städte, Ortschaften, Flüsse und weitere geographische Merkmale beschriftet sind.

Welche Vorbilder die Bayern mit Straßennamen ehren möchten - Bayern sucht unumstrittene Namenspaten für Straßen und Schulen

In Bayern läuft eine Kampagne, die dafür wirbt, Straßen, Plätze und Schulen nach Persönlichkeiten mit unumstrittenem Erbe zu benennen. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hat die Initiative ins Leben gerufen, um Streitigkeiten über problematische historische Namenspaten zu vermeiden. Bereits wurden über 140 Vorschläge aus der Bevölkerung eingereicht.

Bis Ende März kann die Öffentlichkeit weitere Namen einreichen – die zentrale Bedingung: Die Ehrenden sollen als positive Vorbildfiguren dienen. Zu den vorgeschlagenen Persönlichkeiten zählen etwa der ehemalige Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel, die frühere Landtagspräsidentin Barbara Stamm sowie Wilhelm Hoegner, der einzige nicht der CSU angehörende bayerische Ministerpräsident nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Umfrage des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege aus dem Jahr 2026 hob zudem die Frauenrechtlerin Ernestine Reuter, den CSU-Kulturpolitiker Alois Hundhammer und Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose als vielversprechende Kandidaten hervor.

Weitere Nennungen umfassen die Bäuerin und Autorin Anna Wimschneider, die Fußballlegende Franz Beckenbauer und sogar fiktive Figuren wie den schelmischen Pumuckl oder Monaco Franze aus einer beliebten Fernsehserie – letztere dürften es allerdings kaum auf die finale Liste schaffen. Eine dreiköpfige Historikerkommission wird alle Einreichungen prüfen; die genehmigten Namen sollen bis zum nächsten Sommer feststehen.

Anschließend entscheidet jede Kommune selbstständig, welche der Vorschläge sie für örtliche Straßen, Plätze oder Schulen übernimmt.

Ziel der Aktion ist es, eine „positive Liste“ mit Persönlichkeiten zu erstellen, deren Lebensgeschichten ohne Vorbehalte erzählt werden können. Sobald diese vorliegt, soll sie Gemeinden als Entscheidungshilfe dienen, um unumstrittene Namenspaten auszuwählen. Die letzte Instanz für die Vergabe von Straßennamen bleibt jedoch bei den einzelnen Kommunen.