Babiš fordert radikale EU-Reformen nach tschechischem Vorbild für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Lotta SchneiderBabiš fordert radikale EU-Reformen nach tschechischem Vorbild für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Der ehemalige tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš hat weitreichende Reformen in der EU-Wirtschaftspolitik und -Steuerung gefordert. Sein Appell: Der Block müsse in zentralen Bereichen wie Migration, Sicherheit und Wohlstand konkrete Ergebnisse liefern – und dabei die nationale Souveränität wahren sowie übermäßige Regulierung abbauen.
Als Vorbild für Europa führte Babiš den wirtschaftlichen Aufstieg Tschechiens an. Zwischen 2000 und 2025 habe sich das Pro-Kopf-BIP des Landes fast vervierfacht – ein Wachstum, das Deutschland und Österreich mit einer bloßen Verdopplung im selben Zeitraum deutlich übertrifft. Als Gründe nannte er die starke Industriebasis, die enge Einbindung in europäische Lieferketten und die Qualifikation tschechischer Arbeitskräfte.
Die EU müsse Bürokratie abbauen, strategische Industrien fördern und bezahlbare, verlässliche Energie sichern, betonte Babiš. Andernfalls drohten die Klimapolitik des Blocks die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas zu schwächen. Zudem schlug er vor, die tschechische Wirtschaft hin zu einer innovativeren, wertschöpfungsorientierten Ausrichtung weiterzuentwickeln.
Beim Euro zeigte sich Babiš zurückhaltend. Ein Beitritt käme nur infrage, wenn die Eurozone stabil, gut geführt sei und klare Haushaltsregeln durchsetze. Seine Vision für die EU umfasst strengere Grenzschutzmaßnahmen – er verglich den Block mit einem gut gesicherten Dorf. Entscheidungen, so seine Forderung, sollten näher an den Bürgern getroffen werden statt in fernen Brüsseler Institutionen.
Babiš' Vorschläge zielen auf wirtschaftliche Pragmatik und nationale Handlungshoheit. Seine Bedingungen für die Euro-Einführung und sein Plädoyer für ein wettbewerbsfähigeres, eigenständigeres Europa spiegeln die aktuelle Debatte über die Zukunft des Blocks wider. Der tschechische Wachstumserfolg, so seine Botschaft, biete Lehren für Europas nächsten Entwicklungsschritt.






