Aldi, Lidl und Norma senken Fleischpreise – doch Landwirte leiden unter dem Druck
Lotta SchneiderAldi, Lidl und Norma senken Fleischpreise – doch Landwirte leiden unter dem Druck
Deutsche Supermärkte senken zu Beginn des Jahres 2026 die Preise für Fleisch- und Wurstwaren. Die Rabatte kommen zu einer Zeit, in der Landwirte mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen und der Handel höhere Tierwohlstandards vorantreibt. Aldi, Lidl und Norma haben die Preise für beliebte Produkte gesenkt, doch der Branchen Druck bleibt hoch.
Die Preissenkungen begannen Ende Januar 2026, als Norma die Preise für Wurstwaren wie Jagdwurst, Bierschinken und Teewurst um bis zu 10 Prozent reduzierte. Aldi und Lidl zogen schnell nach und boten dauerhafte Nachlässe auf rund 20 Wurstsorten an. Diese Schritte ähneln früheren Preissenkungen bei Milch, die bereits zu Protesten der Landwirte geführt hatten.
Landwirte erhalten von jedem im Supermarkt ausgegebenen Euro für Fleisch nur etwa 30 Cent. Der Rest entfällt auf Verarbeitung, Transport und Handelsaufschläge. Bei hochwertigen Rindfleischstücken ist ihr Anteil oft noch geringer, während Geflügelproduzenten gelegentlich etwas mehr verdienen.
Trotz der Rabatte wird Fleisch insgesamt weiterhin teurer. Ein Grund dafür sind die höheren Tierwohlstandards, die der Handel einführen will. Aldi Süd wird beispielsweise ab Mitte Januar 2026 kein frisches Fleisch mehr aus der niedrigsten Haltungsform (Stufe 1) anbieten. Lidl hat sich ebenfalls ein Ziel gesetzt: Bis zum selben Jahr sollen mindestens 33 Prozent des frischen Hähnchen- und Putenfleischs aus höheren Haltungsformen stammen.
Die finanzielle Belastung der Landwirte hat bereits zu Protesten geführt. Im Dezember 2025 blockierten Milchbauern Verteilzentren von Lidl, um gegen sinkende Preise für Milch und Butter zu demonstrieren.
Die Preissenkungen bei Fleisch und Wurst bringen den Verbrauchern zwar kurzfristige Entlastung, doch die grundlegenden Probleme bestehen weiter. Landwirte erhalten nach wie vor nur einen geringen Anteil der Verkaufspreise, während der Handel kostspieligere Tierwohlverbesserungen vorantreibt. Die Branche steht weiterhin vor dem Spannungsfeld zwischen Bezahlbarkeit und ethischen Produktionsstandards.