09 May 2026, 12:04

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 8. Mai und leugnet Kollektivschuld

Offenes Buch mit handgeschriebenen Tagebucheinträgen eines deutschen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg getötet wurde, gefüllt mit detailliertem Text.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 8. Mai und leugnet Kollektivschuld

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hielt eine umstrittene Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Zwar räumte er das Ende des NS-Regimes ein, kritisierte jedoch die deutsche Nachkriegsgeschichtsschreibung als eine Kultur der „eingebildeten Kollektivschuld“.

Bei seiner Ansprache bezeichnete Tillschneider die totale militärische Niederlage Deutschlands 1945 als „Amputation riesiger deutscher Kulturlandschaften“. Er argumentierte, die Deutschen hätten sich im Nachhinein mit den alliierten Siegermächten identifiziert, um sich der eigenen Schuldzuweisung zu entziehen.

Die berühmte Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985, in der die NS-Zeit als „Befreiung“ bezeichnet wurde, bezeichnete er als „geistige Kapitulation“. Stattdessen berief sich Tillschneider auf ein Zitat von Franz Josef Strauß und behauptete, Deutschlands „ewige Vergangenheitsbewältigung“ sei zu einer „dauernden Buße“ verkommen.

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Der AfD-Politiker forderte eine „normale deutsche Identität“, befreit von dem, was er als „absurde Schuldkultur“ bezeichnete. Seine Äußerungen stießen auf scharfe Kritik; Gegner warfen der Partei vor, aus der Geschichte nicht zu lernen und stattdessen die militärische Stärke der Wehrmacht zu betrauern, anstatt die Befreiung von der Tyrannei zu feiern.

Tillschneiders Rede hat die Debatte über das deutsche Geschichtsbild neu entfacht. Seine Ablehnung der Kollektivschuld und die Darstellung des Jahres 1945 als kulturellen Verlust stehen im krassen Gegensatz zur etablierten Erzählung der Befreiung. Die Aussagen vertiefen die Spaltung in der Diskussion darüber, wie das Land mit seiner Vergangenheit umgehen soll.

Quelle