ADAC fordert radikale Reformen: Führerschein soll günstiger und schneller werden
Mia KochADAC fordert radikale Reformen: Führerschein soll günstiger und schneller werden
Der ADAC, Deutschlands größter Automobilclub, fordert umfassende Reformen bei der Fahrerausbildung und den Prüfungen. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Kosten zu senken, Wartezeiten zu verkürzen und den Führerschein für junge Menschen zugänglicher zu machen. Hohe Gebühren und lange Verzögerungen schreckten derzeit viele davon ab, das Fahren zu lernen, so die Organisation.
Der ADAC schlägt vor, die praktische Fahrprüfung von 45 auf 25 Minuten zu verkürzen. Die Vereinigung argumentiert, dass ein Prüfer die Fähigkeiten eines Fahrschülers bereits in den ersten beiden Minuten der Prüfung ausreichend beurteilen könne. Gerhard Hillebrand, ein Vertreter des ADAC, erklärte, dass ein geeigneter Fahrer fast sofort als prüfungsreif eingestuft werden könne.
Zudem unterstützt der Club eine Reduzierung der Fragen im Theorieunterricht von über 1.200 auf 750. Bedenken des TÜV, wonach weniger Fragen die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten, wies der ADAC zurück. Stattdessen betont die Organisation, dass die Änderung die Standards aufrechterhalte und das Verfahren effizienter gestalte. Um die Ausbildung zu beschleunigen, regt der ADAC an, Teile der Fahrschulausbildung in Simulatoren durchzuführen. Auch digitale Theoriekurse könnten eine größere Rolle spielen, wobei sich der Club gegen eine Verpflichtung zu Online-Lernen ausspricht. Diese Maßnahmen – kombiniert mit kürzeren Prüfungen – würden mehr Tests ermöglichen und so den Stau bei den Wartezeiten abbauen.
Der ADAC warnte davor, die Reformen aufgrund von Lobbyismus seitens Fahrlehrer und anderer Gruppen zu verwässern. Nun drängt die Organisation Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, die Änderungen bis Mitte 2026 umzusetzen.
Falls die Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Kosten senken und die Wartezeiten für Fahrschüler verkürzen. Der ADAC versichert, dass seine Vorschläge die Sicherheitsstandards erhalten, während der Führerschein erschwinglicher werde. Die Bundesregierung hat bisher noch nicht bestätigt, ob die geplanten Änderungen wie vorgesehen in Kraft treten werden.