10 May 2026, 14:07

Zwei Starregisseurinnen prägen Wiens Theatersaison mit gegensätzlichen Visionen

Plakat für das Theatre Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, umgeben von Text, der das Theater und seine Künstler beschreibt.

Zwei Starregisseurinnen prägen Wiens Theatersaison mit gegensätzlichen Visionen

Zwei renommierte Theaterregisseurinnen, Maria Happel und Paula Nocker, bereiten in Wien große Produktionen vor. Beide haben tiefe Wurzeln in der Schauspielerei und Regie, die bis in ihre Kindheit zurückreichen. Ihre neuesten Werke – Der heilige Falstaff und Mythen des Alltags – feiern bald Premiere auf österreichischen Bühnen.

Maria Happel befindet sich derzeit in den letzten Proben für Der heilige Falstaff, eine österreichische Erstaufführung, inspiriert von Shakespeares Heinrich IV. Die Produktion wird im Wiener Burgtheater uraufgeführt und markiert ein weiteres hochkarätiges Projekt in ihrer Karriere. Unterdessen inszeniert Paula Nocker Mythen des Alltags, eine Koproduktion des Volkstheaters und der Wiener Festwochen.

Beide Frauen begannen im Alter von acht Jahren mit dem Schauspiel, manchmal unter der Regie ihrer eigenen Mutter. Trotz ihrer langen Zusammenarbeit und Freundschaft unterscheiden sich ihre Herangehensweisen. Happel liest keine negativen Kritiken, während Nocker respektvolle Kritik willkommen heißt. Auch in ihrem Privatleben zeigt sich eine enge, aber lockere Verbindung: Nockers Tochter hat einen Schlüssel zu Happels Wohnung, doch die Gefälligkeit wird nicht erwidert.

Jenseits ihrer künstlerischen Arbeit vertreten die beiden unterschiedliche Positionen zu gesellschaftlichen Themen. Nocker engagiert sich aktiv für die #MeToo-Bewegung und betont die Notwendigkeit anhaltender Veränderungen. Happel hingegen trat kürzlich von ihrer Position als Leiterin des Reinhardt-Seminars zurück, nachdem ihr vorgeworfen worden war, Studierende aufgrund von Zeitmangel zu vernachlässigen. Zudem besitzt sie nicht die österreichische Staatsbürgerschaft, sondern nur einen deutschen Pass, was sie vom Wählen in Österreich ausschließt.

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Zu weiteren gesellschaftlichen Fragen meint Happel, Mütter hätten ihren Kindern beigebracht, Grenzen zu respektieren – auch wenn dies nicht immer gelinge.

Mit den anstehenden Premieren von Der heilige Falstaff und Mythen des Alltags werden beide Regisseurinnen bald ihre neuesten künstlerischen Visionen präsentieren. Ihre unterschiedlichen Methoden – auf und hinter der Bühne – unterstreichen die Vielfalt der Wiener Theaterszene. Die Produktionen werden ihre künstlerischen Richtungen auf die Probe stellen und das Publikum mit frischen Interpretationen fesseln.

Quelle