17 April 2026, 00:10

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Ein Plakat mit fettem schwarzen Text auf einem weißen Hintergrund, der "Es ist Zeit, Social-Media-Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen" lautet, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand.

Warum immer mehr Menschen der Demokratie misstrauen – und wer davon profitiert

Warum sich manche von der Demokratie abwenden: Ein neues Buch des Soziologen Aladin El-Mafaalani

In seinem Werk "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht der Soziologe Aladin El-Mafaalani, warum immer mehr Menschen der Demokratie den Rücken kehren. Die Studie zeigt, wie sich Skepsis gegenüber staatlichen Institutionen verbreitet – und wie populistische Gruppen diese Stimmung für sich nutzen. Seine Erkenntnisse erklären auch den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump oder der deutschen Rechtspopulisten von der AfD.

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El-Mafaalani argumentiert, dass sich misstrauische Menschen heute über digitale Medien vernetzen. Sie bilden eng verbundene "Gemeinschaften des Misstrauens", in denen sie sich nur mit Gleichgesinnten austauschen – mit denen, die ihre Skepsis teilen. Diese Gruppen lehnen etablierte Institutionen ab und setzen stattdessen ihr Vertrauen in Parteien wie die AfD, die sich offen gegen die liberale Demokratie stellen.

Der Soziologe warnt: Selbst wenn die Inkompetenz der AfD offengelegt wird, werden ihre Anhänger nicht plötzlich wieder Vertrauen in die Demokratie fassen. Ihr Misstrauen sitzt tiefer als die Performance einer Partei. Stattdessen deuten sie die Systemfeindlichkeit der AfD als Beweis für deren Authentizität.

Das Buch erklärt zudem, wie Populisten gezielt das Vertrauen in Regierung, Gerichte und Medien untergraben. Indem sie diese Institutionen als korrupt oder unglaubwürdig darstellen, festigen sie ihre eigene Anhängerschaft. El-Mafaalanis Analyse zeigt: Traditionelle Gegenstrategien wie Faktenchecks oder die Aufdeckung von Skandalen verfehlen oft ihre Wirkung – sie gewinnen misstrauische Wähler nicht zurück.

Seine Arbeit bietet eine neue Perspektive, um die Hartnäckigkeit rechtspopulistischer Unterstützung zu verstehen. Gleichzeitig weist sie auf wirksamere Wege hin, um politische Polarisierung zu überwinden. Die eigentliche Herausforderung, so El-Mafaalani, liege jedoch nicht darin, Menschen direkt umzustimmen, sondern darin, institutionelles Vertrauen langfristig wiederaufzubauen.

Quelle