03 March 2026, 05:01

Von der Leyen fordert EU-weite Beistandsklausel für mehr Sicherheit ohne USA

Eine Gruppe von Schiffen auf dem Wasser mit einem bewölkten Himmel im Hintergrund und einem Text unten, der "15 NATO und zwei Partnerländer maritime, anti-unterwasserkriegsführung, amphibische und Luftverteidigung Operationen durchführen, um die regionale Sicherheit im Baltikum zu gewährleisten" neben einem Logo anzeigt.

Von der Leyen fordert EU-weite Beistandsklausel für mehr Sicherheit ohne USA

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Europäische Union aufgefordert, die Beistandsklausel des Vertrages – bekannt als Artikel 42.7 – zu aktivieren. Dieser Appell erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich der europäischen Abhängigkeit von den USA in Sicherheitsfragen, insbesondere nach jüngsten Äußerungen amerikanischer Regierungsvertreter. Von der Leyen betonte, Europa müsse größere Verantwortung für die eigene Verteidigung übernehmen.

Der Vorstoß zur Aktivierung von Artikel 42.7 folgt auf Aussagen des US-Außenministers Marco Rubio, der erklärte: "Wir wollen ein starkes Europa" und "Europa muss überleben". Zwar bezeichnete von der Leyen Rubios Worte als ermutigend, doch bestand sie darauf, dass Europa sich nicht allein auf externe Unterstützung verlassen dürfe. Sie kritisierte die Aussage von NATO-Generalsekretär Mark Rutte, Europa könne sich ohne die USA nicht verteidigen, und argumentierte, die EU müsse ihre Abhängigkeit von anderen verringern.

Artikel 42.7 des EU-Vertrags verpflichtet die Mitgliedstaaten, einem angegriffenen EU-Land "mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln" Hilfe und Beistand zu leisten. Doch in den vergangenen Jahren gab es kaum Fortschritte bei der praktischen Umsetzung. Ein Antrag der deutschen CDU von Februar 2026 forderte zwar eine stärkere Europäische Verteidigungsunion, enthielt jedoch keinen konkreten Plan zur Aktivierung der Klausel.

Von der Leyens Vorschlag ist auch eine Reaktion auf jüngste Schritte der US-Regierung, darunter Zweifel an der Gültigkeit von Artikel 5 des NATO-Vertrags. Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützte ihre Forderung, die Beistandsklausel der EU handlungsfähig zu machen. Unterdessen räumte der britische Premierminister Keir Starmer zwar die sich verändernde politische Landschaft unter der möglichen Rückkehr Donald Trumps ein, bekräftigte aber die engen Bindungen zwischen den USA und Europa.

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Die EU steht nun unter Druck, aus Artikel 42.7 einen funktionsfähigen Verteidigungsmechanismus zu machen. Von der Leyens Appell unterstreicht die Notwendigkeit konkreter Schritte statt bloßer politischer Absichtserklärungen. Ohne verbindliche militärische oder politische Zusagen der Mitgliedstaaten bleibt die Klausel jedoch vorerst largely symbolisch.