Vladimir Jurowski verlässt die Bayerische Staatsoper 2029 nach fast zehn Jahren
Lotta SchneiderGeneralmusikdirektor Jurowski: Kein Plan für nach 2029 - Vladimir Jurowski verlässt die Bayerische Staatsoper 2029 nach fast zehn Jahren
Vladimir Jurowski wird 2029 sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper niederlegen. Sein Abschied markiert das Ende einer fast zehnjährigen Amtszeit an einem der renommiertesten Opernhäuser Deutschlands. Der Dirigent ist überzeugt, dass frische Führung sowohl für Institutionen als auch für Einzelne eine notwendige Erneuerung mit sich bringt.
Jurowskis Rückzug ist das Ergebnis einer wohlüberlegten Entscheidung. Er hat offen über die Bedeutung von Wandel gesprochen – selbst dann, wenn die Arbeit eines Leiters noch nicht abgeschlossen ist.
Die Bayerische Staatsoper, 1818 gegründet, wurde in ihrer langen Geschichte von etwa 15 bis 20 Generalmusikdirektoren geprägt. Zu den prägendsten Persönlichkeiten zählt Wolfgang Sawallisch, der von 1990 bis 2001 bedeutende künstlerische Reformen vorantrieb. Jurowski, der das Amt 2021 übernahm, wird noch eine Neuinszenierung von Wagners Ring-Tetralogie leiten, deren Premiere für Juni 2026 geplant ist.
Sein Vertrag war zunächst um zwei Jahre verlängert worden, später dann bis zur Spielzeit 2028/29 ausgeweitet. Dennoch betont er, dass der richtige Zeitpunkt wichtiger sei als die Dauer der Amtszeit. Sowohl ein zu langes Bleiben als auch ein zu frühes Gehen könnten dem Wachstum einer Institution schaden.
Jurowski schätzt den Gedanken eines Neuanfangs. Ein unbeschriebenes Blatt bezeichnet er als eine Form der Verjüngung, die für Kreativität unerlässlich sei. Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger – möglicherweise eine Persönlichkeit wie Joana Mallwitz – wird in einem sorgfältigen Auswahlverfahren bestimmt.
Der Operndirektor Serge Dorny bleibt unterdessen mindestens bis 2031 in seinem Amt. Damit ist die Kontinuität in der Leitung gesichert, selbst wenn sich die musikalische Ausrichtung ändert. Jurowski jedoch konzentriert sich lieber auf die Gegenwart als auf ferne Pläne.
Auf die Frage nach seiner Zukunft gibt er zu, noch keine konkreten Projekte in der Pipeline zu haben. Fürs Erste liegt sein Fokus auf dem Opernhaus und den anstehenden Produktionen.
Jurowskis Abschied 2029 wird ein bedeutendes Kapitel der Bayerischen Staatsoper beenden. Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin läuft bereits, während der neue Ring-Zyklus als letzter Meilenstein unter seiner Leitung gelten wird. Seine Überzeugung, dass rechtzeitige Übergänge notwendig sind, spiegelt eine grundlegendere Philosophie wider: Institutionen gedeihen, wenn Führung sich weiterentwickelt.