04 March 2026, 09:36

Ukrainischer Geheimdienst wirft Friedensaktivisten russischen Einfluss vor – Pazifisten wehren sich

Ukrainische Soldaten in voller Ausrüstung marschieren mit Gewehren und Fahnen die Straße entlang, mit Menschen, Pfählen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund und einer Tafel mit Schrift auf der rechten Seite.

Ukrainischer Geheimdienst wirft Friedensaktivisten russischen Einfluss vor – Pazifisten wehren sich

Die ukrainische Militärnachrichtendienstbehörde HUR hat vor angeblichem russischen Einfluss auf der Münchner Sicherheitskonferenz gewarnt. In einem Bericht heißt es, dass sich Personen als Friedensaktivisten ausgeben könnten, um politische Agenden im Auftrag Moskaus voranzutreiben. Daraufhin warf Jurij Scheljaschenko, Vorsitzender der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung, dem HUR vor, Falschinformationen zu verbreiten, um pazifistische Gruppen zu diskreditieren.

Scheljaschenko weist jede Verbindung zur russischen Regierung entschieden zurück und betont, sein Bündnis lehne den Krieg ab, setze sich jedoch für gewaltfreien Widerstand ein.

Der HUR-Artikel nannte drei Personen, die angeblich die Friedensbewegung im Auftrag Moskaus steuern sollen. Zwei von ihnen unterliegen jedoch derzeit Einreiseverboten in die EU, während die dritte laut Berichten nach Russland zurückgekehrt ist. Belege für eine Verbindung dieser Akteure zur pazifistischen Bewegung legte die Behörde nicht vor.

Scheljaschenko verurteilte die Vorwürfe des HUR als "dreiste Desinformation", die europäische Friedensaktivisten gezielt in Misskredit bringen solle. Er betonte, Pazifisten unterstützten die russische Aggression keineswegs – die alleinige Verantwortung für den Krieg liege bei Russland. Gleichzeitig warnte er davor, Kritik an der Militarisierung mit Illoyalität gegenüber der Ukraine gleichzusetzen.

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Der Aktivist äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der demokratischen Zukunft der Ukraine unter Kriegsbedingungen. Militarismus dürfe nicht zur staatlichen Pflichtideologie werden, forderte er und plädierte für stärkere zivile Widerstandsstrukturen. Scheljaschenko argumentierte, Länder sollten in nicht-militärische Verteidigungsstrategien investieren, statt sich ausschließlich auf Streitkräfte zu verlassen.

Bis zur Veröffentlichung des Berichts hatte der HUR nicht auf Scheljaschenkos Bitte um Stellungnahme reagiert. In öffentlichen Unterlagen findet sich keine offizielle Erklärung der Behörde zu den Vorwürfen vom 9. Februar.

Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen ukrainischen Sicherheitsbehörden und pazifistischen Gruppen während des anhaltenden Krieges. Scheljaschenko setzt sich weiterhin für gewaltfreien Widerstand ein und weist Vorwürfe russischer Verbindungen zurück. Der HUR hat seine Forderungen nach Beweisen oder weiteren Erklärungen bisher nicht beantwortet.