04 March 2026, 09:09

Stundenlange Odyssee: Warum Hunderte Passagiere in Lufthansa-Flugzeugen festsaßen

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf dem Boden eines Flughafens und hält ein Banner in der Hand, auf dem "Berlin wegen Klimakrise gestrichen" steht. Es gibt Gepäckstücke, Flaschen und andere Gegenstände im Hintergrund, sowie Rolltreppen, Tafeln mit Text und Lampen an der Decke.

Stundenlange Odyssee: Warum Hunderte Passagiere in Lufthansa-Flugzeugen festsaßen

Hunderte Passagiere saßen stundenlang in Lufthansa-Maschinen am Münchner Flughafen fest

Ende Februar mussten Hunderte Fluggäste eine Nacht lang in sechs Lufthansa-Maschinen am Flughafen München ausharren. Der Vorfall, der ohne extreme Wetterbedingungen stattfand, hat nun eine offizielle Überprüfung ausgelöst und beide Seiten – Fluggesellschaft sowie Flughafenbetreiber – zu Verbesserungen in der Abstimmung veranlasst.

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Am Freitag, dem 27. Februar 2026, waren rund 600 Reisende auf sechs Flügen gezwungen, an Bord zu bleiben – verursacht durch eine Kombination aus angeblich starkem Schneefall, einem Mangel an Busfahrern und verzögerter Eskalation der Lage. Trotz milder Wetterverhältnisse mit Temperaturen um 13 bis 14 Grad und leichtem Regen räumten Flughafen- und Airline-Verantwortliche später operative Versäumnisse ein. Der Flughafen München hatte für jene Nacht eine Sondergenehmigung erhalten, die Starts bis 1 Uhr morgens erlaubte – eine Ausnahme von den üblichen Nachtflugbeschränkungen.

Lufthansa-Manager Heiko Reitz nannte drei Hauptgründe für die Panne: wetterbedingte Komplikationen, Personalmangel im Transportbereich und die verspätete Weiterleitung der Problemmeldungen. Thomas Hoff Andersson, Geschäftsführer Aviation des Flughafens München, entschuldigte sich öffentlich bei den betroffenen Passagieren und Crews. Unterdessen kritisierte Siegfried Maier vom Deutschen Feuerwehrverband, dass die Rettungskräfte nicht einbezogen wurden. Eine gestaffelte Ausstiegsprozedur hätte seiner Meinung nach das Debakel verhindern können.

Als Reaktion kündigte Lufthansa Entschädigungen für die Reisenden auf fünf der sechs betroffenen Flüge an. Sowohl die Airline als auch der Flughafen verpflichteten sich zur Einrichtung eines gemeinsamen Lagezentrums, um die Krisenbewältigung und Kommunikation zu optimieren.

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat nach einer Drittanzeige ein vorläufiges Prüfverfahren eingeleitet. Flughafen und Lufthansa stehen nun unter Druck, strengere Protokolle umzusetzen. Der Vorfall offenbart Schwachstellen bei der Bewältigung unerwarteter Störungen – selbst unter vergleichsweise harmlosen Wetterbedingungen.