Stichwahl in Erlangen: Wer entscheidet über die Zukunft der Stadt-Umland-Bahn?
Lotta SchneiderCSU-Mann Volleth liegt vor Amtsinhaber Janik in Erlangen - Stichwahl in Erlangen: Wer entscheidet über die Zukunft der Stadt-Umland-Bahn?
Erlangen bereitet sich auf Stichwahl um Bürgermeisteramt vor
Nach einer knapp entschiedenen Wahl steht in Erlangen eine Stichwahl um das Bürgermeisteramt an. Gleichzeitig bleibt die Stadt gespalten über die Zukunft der Stadt-Umland-Bahn, eines großen Straßenbahnprojekts, das Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach verbinden soll. Zwar hatten sich die Bürger in einem Referendum für das Vorhaben ausgesprochen, doch lokalpolitisch wird weiterhin über Kosten und Machbarkeit diskutiert.
Im Rennen um das Rathaus haben sich zwei Kandidaten durchgesetzt: Amtsinhaber Florian Janik (SPD) erhielt 29,0 Prozent der Stimmen, während sein Herausforderer Jörg Volleth (CSU) mit 35,7 Prozent vorne lag. Die Stichwahl wird nun entscheiden, wer die Universitätsstadt in der nächsten Amtszeit führen wird.
Das Projekt Stadt-Umland-Bahn bleibt ein zentrales Streitthema in der Kommunalpolitik. Zwar hatte eine Bürgerbefragung gezeigt, dass die Mehrheit der Erlanger Bürger die Straßenbahnverbindung zwischen den drei Städten unterstützt. Doch der lokale CSU-Verband lehnt das Vorhaben mittlerweile ab und verweist auf zu hohe Kosten – eine Position, die im Widerspruch zur Haltung der bayerischen Landesregierung steht, die das Projekt weiterhin befürwortet.
Ministerpräsident Markus Söder und Landesvertreter haben die Straßenbahnlinie wiederholt unterstützt, sogar mit Unternehmen wie Adidas zusammen gearbeitet, um sie voranzutreiben. Dennoch hält die Erlanger CSU an ihrer Ablehnung fest, was vor den Kommunalwahlen zu einer Spaltung mit der Landespartei führt.
Die Stichwahl wird über den nächsten Bürgermeister Erlangens entscheiden, wobei Volleth und Janik unterschiedliche Visionen für die Stadt vertreten. Gleichzeitig steht die Zukunft der Stadt-Umland-Bahn auf dem Spiel: Trotz landesweiter Unterstützung und öffentlicher Zustimmung hält der lokale Widerstand an. Das Wahlergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie es mit dem Projekt weitergeht.