Starmer drängt auf engere Verteidigungskooperation zwischen Großbritannien und Europa
Lotta SchneiderStarmer drängt auf engere Verteidigungskooperation zwischen Großbritannien und Europa
Starmer fordert engere Verteidigungskooperation zwischen Großbritannien und Europa
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat der britische Labour-Vorsitzende Keir Starmer eine stärkere verteidigungspolitische Zusammenarbeit zwischen dem Vereinigten Königreich und Europa angemahnt. Er plädierte für eine "europäischere" NATO und warnte vor Selbstzufriedenheit angesichts der Sicherheitsbedrohungen durch Russland. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Großbritannien neue Verteidigungspartnerschaften erkundet, dabei aber an seiner militärischen Eigenständigkeit festhält.
Starmer betonte, dass die Sicherheit Großbritanniens untrennbar mit der Europas verbunden sei. Zur Veranschaulichung der Risiken einer gespaltenen NATO zitierte er die Warnungen des früheren Außenministers Edward Grey vor dem Ersten Weltkrieg. Zugleich kritisierte der Labour-Chef die Parteien Reform UK und die Grünen: Ihnen warf er vor, gegenüber Russland "zu nachsichtig" und in der NATO-Frage "zu schwach" aufzutreten.
Als konkrete Maßnahmen schlug Starmer eine vertiefte Verteidigungskooperation mit Europa vor, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern. Dazu gehöre eine mögliche britische Beteiligung am neuen EU-Verteidigungsfonds (SAFE) sowie gemeinsame Beschaffungsinitiativen. Zudem laufen Gespräche über Militärlieferungen an die Ukraine.
Trotz dieser Initiativen steht der angekündigte "Neustart" in den britisch-europäischen Sicherheitsbeziehungen noch aus. Bisher hatte London mit bilateralen Abkommen mehr Erfolg als bei der breiteren Zusammenarbeit mit der EU. Unterdessen unterstützte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, Starmer's Forderung nach stärkeren transatlantischen Sicherheitsbindungen.
Der Labour-Politiker räumte ein, dass verteidigungspolitische Entscheidungen innerhalb seiner Regierung konsensfähig sein müssten. Gleichzeitig bekräftigte er das britische Festhalten an eigenständigen Fähigkeiten – etwa durch Stützpunkte wie Gibraltar.
Die Bemühungen um eine engere britisch-europäische Verteidigungskooperation erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit Russland. Eine mögliche britische Beteiligung am EU-Fonds SAFE und gemeinsame Rüstungsprojekte könnten die transatlantischen Sicherheitsstrukturen verändern. Doch greifbare Fortschritte bei einem umfassenden "Neustart" der Beziehungen stehen weiterhin aus.






